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Rubrik: Comic

Conan (3): Der Elefantenturm und andere Geschichten

Kurt Busiek, Cary Nord
Dark Horse / Panini Comics
ISBN 978-3-86607-281
160 Seiten
EUR 16,95

Titelbild: Conan (3): Der Elefantenturm und andere Geschichten

Nachdem Conan sein erstes Zusammentreffen mit seinem späteren Erzfeind Toth-Amon mit knapper Not überlebt hat und von den Priestern der Ibis wieder zusammengeflickt wurde, zieht er erneut aus, um sich mit der Welt zu messen. Doch wieder muss er die Erfahrung machen, dass man gegen die Tücken der Zivilisation und die Gerissenheit der Menschen, die sie hervorbringt, mit roher Kraft allein nicht bestehen kann.
Seine Flucht in die Wildnis beschert ihm ein Zusammentreffen mit der dämonischen Hinterlassenschaft eines vor langer Zeit verstorbenen Magiers, was seine ohnehin schon schlechte Meinung über Magie nicht eben bessert. Erneut knapp dem Tod entronnen beschließt er, ins Land Zamora zu gehen, und dort in der verruchtesten aller Städte zu lernen, um die Zivilisation von ihrer schlechtesten Seite kennen zu lernen, damit er nie wieder von ihr überrascht werden kann.
Wie nicht anders zu erwarten, macht er sich in der Stadt der Diebe schnell neue Feinde, kann sich aber auch als Dieb etablieren und findet eine Geliebte in der Lebedame Tinanna.
Menschliche Verfolger schrecken ihn nicht, doch leider hat er jedoch immer noch nicht begriffen, dass man besser keine Heiligtümer der zahlreichen Gottheiten entwendet, da dies übernatürliche Jäger auf den Plan rufen kann. Obwohl ein solcher Tinanna das Leben kostet, entschließt sich der Cimmerier, die größte Herausforderung anzunehmen, die sich einem Dieb bieten kann: Den geheimnisvollen Elefantenturm, in dem sich ein unschätzbar wertvolles Juwel befindet ...
 
Und wieder erwecken Kurt Busiek und Cary Nord die archaisch-phantastische Welt von Robert E. Howard erfolgreich zum Leben. Die Zeichnungen präsentieren sich erneut in hoher Qualität und bestechen durch Dynamik und Detailreichtum, während sich – gemäß des Howard´schen Vorbilds in Episoden – eine fesselnde Geschichte entfaltet.
Auffällig ist die neuerdings häufige Präsentation leicht geschürzter Damen, was in dieser Ballung fast schon aufdringlich wirkt – sex sells, aber eigentlich hätte die Geschichte dies nicht nötig. Es gehört zwar ebenfalls zum Stil der Heroic Fantasy, aber die Subtilität der vorherigen Bände ließ nicht an Holzhämmer denken und erfüllte den Zweck. Aber das nur am Rande, denn eine Abwertung wäre deswegen natürlich nicht zu rechtfertigen.
 
Erneut wurden in dieser Ausgabe sechs Bände zusammengefasst, und zwar die US-Nummern 16 bis 22. Die Nummer 18 wurde ausgelassen, da dieser Band die Gesamthandlung unterbricht und auch die Zeichner John Severin und Bruce Timm nicht zur Stammbesetzung der Serie gehören. Die Auslassung macht also vom editorischen Gesichtspunkt her durchaus Sinn, dennoch wäre es schön, wenn Panini auch diese Geschichten in irgend einer Form nachreichen würde – den die Episoden sind sicher trotzdem lesenswert und auch der auf Vollständigkeit bedachte Sammler wäre erfreut.

Martin Hoyer, 11.06.2007