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Rubrik: Comic

Wolverine: Frank Miller

Chris Claremont, Frank Miller
Marvel / Panini Comics
ISBN 3-866-07170-1
100 Seiten
EUR 9,95

Titelbild: Wolverine: Frank Miller

”Wolverine” enthält vier ursprünglich getrennt erschienene Episoden über den wolfartigen X-Men, die sich zu einer kompletten Story zusammenfügen.
 
Den Einstieg bildet die kurze Beschreibung einer Bärenjagd, in der Wolverines Charakter und seine besonderen Körpereigenschaften präsentiert werden. Menschen haben ihn zu einem Mutanten gemacht. Seine Knochen sind mit dem Metall Adamantium überzogen, was ihn nahezu unverletzbar macht. Aus dem gleichen Material besitzt er Krallen, die er je nach Bedarf ausfahren kann. Somit ist er die perfekte Kampfmaschine, in der aber immer noch ein Mensch steckt.
 
Mit genau diesem Konflikt beschäftigt sich der Comic. Wolverine reist seiner Geliebten Mariko Yashida nach Japan hinterher. Er kann sich kaum erklären, wieso sie dort einen anderen geheiratet hat, obwohl sie ihn doch liebt. Das Prinzip der Familienehre, wie es in Japan praktiziert wird, ist ihm fremd. Also will er wenigstens noch einmal mit ihr reden. Dabei verstrickt er sich sehr schnell in ein Intrigenspiel, in dem Marikos Vater keine unerhebliche Rolle spielt. Dieser stellt sich nämlich als Drogenboss und äußerst gefährlich heraus. Nachdem er ihn in einen Kampf verwickelt hat, den Mariko mit ansehen muss, ist der Wolfsmann zunächst auf sich selbst gestellt, bis ihm die schöne Yukio begegnet, die an seiner Seite kämpfen wird. Aber auch sie hat ein dunkles Geheimnis.
 
Die vier Wolverine-Hefte sind erstmals 1982 erschienen und liegen hier im Original-Erscheinungsbild der damaligen Ausgaben vor. Jeder Episode ist das englischsprachige Original-Cover vorangestellt. Es wird die Geschichte um Wolverines einzige große Liebe erzählt, und um den Konflikt, den diese Liebe mit sich bringt. Auch für Mariko ist es nicht leicht, den Mutanten in Wolverine zu akzeptieren.
 
Frank Miller ist bekannt für sehr präzise Zeichnungen und kräftige Konturen. Und genau so zeigt sich auch diese Story. Besonders beeindruckend sind die ganzseitigen Bilder, wie die Cover oder einzelne Ninja-Kampfszenen. Emotionen der Charaktere werden oft durch Farbspiele betont. Bei Wut wird zum Beispiel gerne Rot eingesetzt.
 
Von Miller sind neben den X-Men vor allen Dingen seine ”Sin City”-Comics bekannt. Genau wie bei den X-Men dürfte auch hier die erfolgreiche Verfilmung dafür gesorgt haben, dass seine Fan-Gemeinde stetig wächst. Auch der Autor von ”Wolverine” Chris Claremont ist bereits als Schreiber für Superhelden-Comics bekannt. 16 Jahre lang betreute er die Hauptserie um die X-Men.
 
Trotz vieler Kämpfe und Action-Szenen fehlt es dem Comic nicht an Gefühl. Man kann sich sehr gut in Wolverines aufwändige Gefühlssituation hinein versetzen und erlebt alle Zweifel und Freuden, alle Wut und Liebe mit ihm gemeinsam, was ”Wolverine” zu einem sehr intensiven Comic-Erlebnis werden lässt.
 
Fazit: Ein äußerst gelungenes Werk, das hier im Original-Erscheinungsbild der 1980er Jahre vorliegt. Spannung, Action und Gefühl, eine gute Story sowie sehr klare Bilder sorgen für perfekte Unterhaltung. Ein Sammelband, der in keiner X-Men-Sammlung fehlen sollte.

Bine Endruteit, 20.12.2006