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Rubrik: Comic

Die Ultimativen Fantastischen Vier (SB 1)

M. Millar, G. Land
Marvel / Panini Comics
96 Seiten
EUR 12,95

Titelbild: Die Ultimativen Fantastischen Vier (SB 1)

Nachdem die alte deutschsprachige Serie Die Ultimativen Fantastischen Vier im Dezember 2006 mit Heft 15 endete, ist etwas Zeit vergangen. Mit diesem Band sind nun die Ultimativen Fantastischen Vier in etwas anderem Format wieder auf Deutsch unterwegs, die nächsten vier Hefte der US-Serie sind hier enthalten. Dazu will ich festhalten: Die alte Serie verband noch zwei Hefte des US-Originals für günstige 4,25 Euro. Mit dem neuen Format ist also ein ziemlicher Preissprung verbunden.
 
Drei Viertel des Heftes gehören einem geschlossenen Erzählstrang. Ben Grimm leidet unter seinem Steinmonster-Aussehen ziemlich, schlechte Scherze von Johnny Storm helfen da wenig. Also will Reed Richards den Transporterunfall ungeschehen machen. Dazu reisen die Ultimativen Fantastischen Vier in die Vergangenheit, und in der Tat sieht es so aus, als hätten sie Erfolg. In der Realität ohne den Unfall ist Thor Präsident, und die Welt ist super. Und zwar so richtig: Eine Wunder-Pille hat jedem Menschen auf dem Planeten Superkräfte verliehen. Außer einem: Ben Grimm mag sich genau so, wie er ist – der letzte normale Mensch. Allein, die Wunder-Pille hat einen Haken: Sie kam von den durch Reeds Transporter kontaktierten Skrull. Schließlich steht ein Held vor der Notwendigkeit in der Zeit zurück zu reisen, um den Transporter zu sabotieren.
 
Zurück in der normalen Ultimativen-Realität beginnt der letzte Teil des Heftes einen neuen Handlungsstrang. Johnnys Leben ist in Gefahr und die Fantastischen Vier müssen sich an einen alten Bekannten wenden: Doctor Doom. Gleichzeitig scheinen die Zombie-Gegenstücke bereit, einen Ausbruch zu starten. Und das ist jetzt kein Rezensions-Cliffhanger, mehr folgt wirklich erst im nächsten Band.
 
Die Story um die Alternativ-Realität mit Ben Grimm als letztem Menschen ist schön abgeschlossen und daher auch für Leser gut geeignet, die mit der Ultimativen-Reihe bisher nichts zu tun hatten. Nur das Ende ist etwas schwach. Der Held aus der Alternativ-Realität scheint davon auszugehen, dass der Steinmonster-Ben ihn erkennen würde, was einer logischen Grundlage aber entbehrt. Die Story hat Spannung und Tempo, aber nicht ohne Nachteil: Da ist so viel in ursprünglich drei US-Hefte gepackt worden, dass es jenseits von Bens Leid nicht all zu viel Charakterisierung der Akteure gibt. Das letzte Viertel des Bandes wird in diesem Punkt etwas besser.
 
Mark Millars Erzählweise passt insgesamt gut zu den Ultimativen Fantastischen Vier. Immerhin sind sie ultimative Superhelden von Marvel, echten Tiefgang wie bei Kurt Busieks ”Astro City” darf man sich da nicht erhoffen. Optisch passt es auch recht gut. Greg Lands Zeichnungen sind auf der eher realistischen Seite, doch wirklich Superhelden-tauglich. Einen Kritikpunkt aber gibt es: Die Gesichter der weiblichen Charaktere sehen vage gleich aus. Besonders die Blondinen Susan Storm, Alicia Masters und Crystal wirken von den Gesichtern her ziemlich austauschbar.
 
Die ersten drei Viertel des Bandes bieten eine schnelle, starke Story mit alternativer Realität, der auch Leser ohne große Ultimativen-Kenntnisse leicht folgen können. Der Rest beginnt einen neuen Handlungsstrang, der besonders für Marvel-Multiversums-Kenner interessant sein sollte. Auch zeichnerisch ist der Band bis auf recht austauschbare Frauen-Gesichter aus. Zwar genretypisch etwas seicht, doch insgesamt ein gutes Superhelden-Comic.

Thomas Pichler, 24.11.2007