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Rubrik: Sachbuch

Die größten Künstlerinnen

Elke Linda Buchholz
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ISBN 978-3-8361-1030-3
128 Seiten
EUR 12,95

Titelbild: Die größten Künstlerinnen

Seit es Kunst gibt, sind auch Frauen künstlerisch tätig gewesen. Doch erst im 16. Jahrhundert verbesserte die Renaissance deren Bildungschancen und vereinzelt traten sie aus der Anonymität heraus. Doch bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde es Frauen erschwert, in dem von Männern dominierten Metier Anerkennung zu finden.
Elke Linda Buchholz entführt den Leser auf eine Reise durch die Jahrhunderte und beschreibt Leben und wichtigste Werke der berühmtesten Künstlerinnen, darunter Frida Kahlo und Paula Modersohn-Becker.
 
Zu den Pionierrinnen weiblicher Künstlerschaft gehörte zweifelsohne Barbara Longhi, die im 16. Jahrhundert tätig war. Renaissancekünstler wie Raffael und Leonardo hatten schon eine Reihe von Madonnenbildnissen geschaffen, die zu Vorbildern einer ganzen Künstlergeneration wurden, so auch für Barbara Longhi, welche die Malerei von Andachtsbildern zu ihrer Spezialität machte und damit überregionale Bedeutung erlangte.
Ihr berühmtester Werk ist die ”Maria mit dem Kind und Johannes”.
 
In der Gegenwart fasziniert das Schicksal einer Bildhauerin die Menschen, die fast drei Jahrhunderte später tätig war und zu Lebzeiten eher unbekannt blieb. Camille Claudels Künstlerbiographie beginnt zunächst vielversprechend . Ihr Talent wird erkannt und gefördert und sie gelangt schnell in die richtigen Kreise. Die Begegnung mit dem älteren, international anerkannten Bildhauer August Rodin verändert ihr Leben zunächst zum Guten, denn er wird ihr Geliebter und sie seine Muse. Aber die spätere von seiner Seite erzwungene Trennung verkraftet sie nicht und sie wird bald in eine geschlossene Anstalt eingeliefert, in der sie bis zu ihrem Tode bleibt.
 
Solche, aber auch vergleichsweise nüchterne Lebensgeschichten beschreibt die Autorin in der meist über eine Seite verlaufenden Texte, daneben wurde immer ein für die Künstlerin typisches Werk hinzugefügt. Eingeordnet sind die Biographien in die Jahrhunderte, ausgehend vom 16. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert. Am Beginn eines jeden Kapitels erklärt ein kurzer Abschnitt die jeweilige Kunstepoche und wichtigsten Künstler, in einem Kulturkalender werden die kurz die Eckdaten der Kulturperiode erläutert.
 
So erwartet den Leser ein rundum gelungenes Buch. Das beginnt schon bei der ansprechenden Optik mit Festeinband zu den großformatigen Drucken der Werke. Im Aufbau ist es übersichtlich gestaltet und die Texte sind leicht verständlich und enthüllen Bekanntes wie Unbekanntes über Leben und Werke der Künstlerinnen.

Antje Konopka, 20.09.2007