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Rubrik: Comic

Der Heckenritter

George R. R. Martin, Ben Avery, Mike S. Miller
Panini Comics
ISBN 978-3-86607-482-8
160 Seiten
EUR 16,95

Titelbild: Der Heckenritter

George R. R. Martin war ein zwar mit Preisen überhäufter, aber bei der breiten Masse — vor allem in Deutschland — nicht ganz so bekannter Science-Fiction-Autor, bevor 1996 mit ”A Game of Thrones”, der erste Band seiner Saga ”A Song of Ice and Fire” erschien. Schon bald wurde der Zyklus um ”Ein Lied von Eis und Feuer” zu einem Geheimtipp unter den Lesern, die es einerseits zwar episch wie beim ”Herrn der Ringe”, andererseits aber auch so handfest wie bei ”Conan” mochten, denn nicht magische Mythen oder große Schicksale standen im Vordergrund sondern Intrrigen und das, was mutige Männer und Frauen mit ihrem Verstand und ihren Fähigkeiten erreichen konnten.
 
Neben den Romanen entstanden aber auch Geschichten für Anthologien, die zeitlich in einer etwas früheren Epoche angesiedelt waren. Die Novelle ”Der Heckenritter” ist nur der Auftakt zu einer Sammlung um die Helden Egg und Dunk, die als Knappe und fahrender Ritter einiges an Abenteuer im Schatten großer Herren erleben. Genau diese Erzählung wurde in eine epische Graphic Novel umgesetzt.
 
Eigentlich ist Dunk ganz zufrieden damit, nur ein Knappe zu sein und im Schatten seines Herrn zu stehen. Doch als Ser Arlan eines Nachts überraschend stirbt, muss er sich den Realitäten stellen: Entweder sucht er sich einen neuen Herrn und kann es schlechter treffen, oder aber er gibt sich selbst als Ritter aus und versucht sein Glück auf dem Turnier von Ashford. Denn wenn er sich erst einmal einen Namen als Heckenritter gemacht hat, wird niemand mehr seine Ernennung anzweifeln und so kann er seinen verschiedenen Herrn vielleicht am besten würdigen.
Dunk entscheidet sich das Wagnis einzugehen. Als Ser Duncan der Große kehrt er in einer Taverne ein. Dort schließt sich ihm ein kahlköpfiger Junge an, der darauf besteht, sein Knappe zu werden.
Dunk wehrt ihn zunächst ab, der Junge bleibt aber hartnäckig und folgt ihm nach Ashford. Dort herrscht bereits ein buntes Treiben. Mit dem einfachen Volk sind auch viele Angehörige des Adels gekommen. Neben vielen Rittern sind auch Prinzen von hohem Geblüt und Angehörige des Königshauses anwesend, von denen manche sehr deutlich zeigen, was sie von Angehörigen niederen Standes halten wie etwa Prinz Aerion Tagaryn.
Dunk merkt sehr schnell, das es gar nicht so einfach ist, anerkannt zu werden. Er benötigt einen Ritter, der seine Stellung auf Vertrauen bestätigt, und auch wenn der ein oder andere anwesend ist, dem Ser Arlan einst diente, so zeigt sich doch nicht jeder bereit für ihn zu bürgen.
Ihm bleibt nicht verborgen, wie viele Intrigen hinter den Kulissen gesponnen werden. Zwar versucht er sich aus jeglichen Verschwörungen heraus zu halten, aber schon bald ist er ohne es zu wollen der Mittelpunkt eines hinterhältigen Ränkespiels.
Als Prinz Aerion die Puppenspielerin Tanselle misshandelt, mit der sich Dunk inzwischen angefreundet hat, greift der junge Mann ohne nachzudenken ein, nachdem ihn sein Knappe gerufen hat. Er schlägt den arroganten Königssohn nieder und wird von dessen Wachen niedergeknüppelt.
Nun zeigt sich, dass Egg, der kahlköpfige Junge, mehr ist, als er zu sein scheint. Auch er ist ein königlicher Prinz und zwar ausgerechnet Aegon, der jüngere Bruder Aerions. Er verhindert Dunks sofortige Hinrichtung oder Verstümmlung und ermöglicht es dem jungen Ritter, von seinem Onkel angehört zu werden. Und so wird die Strafe in ein Gottesurteil umgewandelt.
Jeweils sieben Ritter sollen miteinander kämpfen, um dem Gesetz Recht zu verschaffen. Doch wer ist bereit, sich auf die Seite eines unbedeutenden Namenlosen zu stellen, der nur so gehandelt hat, wie es ihm seine ritterliche Erziehung und seine Ehre geboten hat? Gibt es noch Männer, die diese Tugenden mehr würdigen als das Geburtsrecht?
 
”Der Heckenritter” erinnert in seiner Konzeption eher an einen historischen als einen Fantasy-Roman, denn es gibt so gut wie keine phantastischen Elemente. Man fühlt sich geradezu in die Zeit des späten europäischen Mittelalters versetzt, in der hochrangige Adelsfamilien ihre Macht zu sichern und zu erweitern versuchten und von einer Einheit unter dem Banner eines Königs nicht viel zu merken war.
George R. R. Martin konzentriert sich auf die Menschen und spinnt die Intrigen nur im Hintergrund. Das ist zwar nicht ganz so ausgefeilt wie in den Romanen, aber dennoch vorhanden, so dass man mit den Figuren sehr schnell warm wird.
Die Helden und Schurken sind weit davon entfernt Archetypen zu sein, sie haben Stärken und Schwächen wie jeder normale Mensch und werden dadurch glaubwürdiger und lebendiger.
Abenteuer und Action kommen dabei nicht zu kurz. Wie hart und teuer das Leben sein kann bekommt vor allem Dunk zu spüren, der sehr schnell merkt, das das Leben eines Ritters doch nicht ganz so einfach ist. wie er immer dachte. Er muss sich immer wieder Herausforderungen stellen, denen er früher entgangen ist. Dementsprechend leicht gerät er in die ein oder andere Falle, was die Geschichte um so reizvoller macht.
Gelungen sind auch die aufwendigen Zeichnungen von Mike S. Miller, die nicht nur die Figuren, sondern auch die Atmosphäre der Novelle lebendig und stimmungsvoll wiedergeben. Die Zeichnungen sind sorgfältig und ausgereift, es gibt keine stilistischen Ausreißer und man kann in vielfältigen Details schwelgen, wenn nicht gar ganz in die mittelalterliche Ritterwelt eintauchen.
 
”Der Heckenritter” bietet eine spannende und vielschichtige Handlung in qualitativ hochwertigen Bildern, die mit jedem francobelgischen Epos mithalten kann und zudem noch in einem Band abgeschlossen ist. Der Erwerb der Graphic Novel ist deshalb nicht nur für passionierte Comic-Leser kein Fehler, sondern auch ein schönes Geschenk für Fantasy-Fans, die sonst eher zu Romanen greifen.”A Game of Thrones”, der erste Band seiner Saga ”A Song of Ice and Fire” erschien. Schon bald wurde der Zyklus um ”Ein Lied von Eis und Feuer” zu einem Geheimtipp unter den Lesern, die es einerseits zwar episch wie beim ”Herrn der Ringe”, andererseits aber auch so handfest wie bei ”Conan” mochten, denn nicht magische Mythen oder große Schicksale standen im Vordergrund sondern Intrrigen und das, was mutige Männer und Frauen mit ihrem Verstand und ihren Fähigkeiten erreichen konnten.
 
Neben den Romanen entstanden aber auch Geschichten für Anthologien, die zeitlich in einer etwas früheren Epoche angesiedelt waren. Die Novelle ”Der Heckenritter” ist nur der Auftakt zu einer Sammlung um die Helden Egg und Dunk, die als Knappe und fahrender Ritter einiges an Abenteuer im Schatten großer Herren erleben. Genau diese Erzählung wurde in eine epische Graphic Novel umgesetzt.
 
Eigentlich ist Dunk ganz zufrieden damit, nur ein Knappe zu sein und im Schatten seines Herrn zu stehen. Doch als Ser Arlan eines Nachts überraschend stirbt, muss er sich den Realitäten stellen: Entweder sucht er sich einen neuen Herrn und kann es schlechter treffen, oder aber er gibt sich selbst als Ritter aus und versucht sein Glück auf dem Turnier von Ashford. Denn wenn er sich erst einmal einen Namen als Heckenritter gemacht hat, wird niemand mehr seine Ernennung anzweifeln und so kann er seinen verschiedenen Herrn vielleicht am besten würdigen.
Dunk entscheidet sich das Wagnis einzugehen. Als Ser Duncan der Große kehrt er in einer Taverne ein. Dort schließt sich ihm ein kahlköpfiger Junge an, der darauf besteht, sein Knappe zu werden.
Dunk wehrt ihn zunächst ab, der Junge bleibt aber hartnäckig und folgt ihm nach Ashford. Dort herrscht bereits ein buntes Treiben. Mit dem einfachen Volk sind auch viele Angehörige des Adels gekommen. Neben vielen Rittern sind auch Prinzen von hohem Geblüt und Angehörige des Königshauses anwesend, von denen manche sehr deutlich zeigen, was sie von Angehörigen niederen Standes halten wie etwa Prinz Aerion Tagaryn.
Dunk merkt sehr schnell, das es gar nicht so einfach ist, anerkannt zu werden. Er benötigt einen Ritter, der seine Stellung auf Vertrauen bestätigt, und auch wenn der ein oder andere anwesend ist, dem Ser Arlan einst diente, so zeigt sich doch nicht jeder bereit für ihn zu bürgen.
Ihm bleibt nicht verborgen, wie viele Intrigen hinter den Kulissen gesponnen werden. Zwar versucht er sich aus jeglichen Verschwörungen heraus zu halten, aber schon bald ist er ohne es zu wollen der Mittelpunkt eines hinterhältigen Ränkespiels.
Als Prinz Aerion die Puppenspielerin Tanselle misshandelt, mit der sich Dunk inzwischen angefreundet hat, greift der junge Mann ohne nachzudenken ein, nachdem ihn sein Knappe gerufen hat. Er schlägt den arroganten Königssohn nieder und wird von dessen Wachen niedergeknüppelt.
Nun zeigt sich, dass Egg, der kahlköpfige Junge, mehr ist, als er zu sein scheint. Auch er ist ein königlicher Prinz und zwar ausgerechnet Aegon, der jüngere Bruder Aerions. Er verhindert Dunks sofortige Hinrichtung oder Verstümmlung und ermöglicht es dem jungen Ritter, von seinem Onkel angehört zu werden. Und so wird die Strafe in ein Gottesurteil umgewandelt.
Jeweils sieben Ritter sollen miteinander kämpfen, um dem Gesetz Recht zu verschaffen. Doch wer ist bereit, sich auf die Seite eines unbedeutenden Namenlosen zu stellen, der nur so gehandelt hat, wie es ihm seine ritterliche Erziehung und seine Ehre geboten hat? Gibt es noch Männer, die diese Tugenden mehr würdigen als das Geburtsrecht?
 
”Der Heckenritter” erinnert in seiner Konzeption eher an einen historischen als einen Fantasy-Roman, denn es gibt so gut wie keine phantastischen Elemente. Man fühlt sich geradezu in die Zeit des späten europäischen Mittelalters versetzt, in der hochrangige Adelsfamilien ihre Macht zu sichern und zu erweitern versuchten und von einer Einheit unter dem Banner eines Königs nicht viel zu merken war.
George R. R. Martin konzentriert sich auf die Menschen und spinnt die Intrigen nur im Hintergrund. Das ist zwar nicht ganz so ausgefeilt wie in den Romanen, aber dennoch vorhanden, so dass man mit den Figuren sehr schnell warm wird.
Die Helden und Schurken sind weit davon entfernt Archetypen zu sein, sie haben Stärken und Schwächen wie jeder normale Mensch und werden dadurch glaubwürdiger und lebendiger.
Abenteuer und Action kommen dabei nicht zu kurz. Wie hart und teuer das Leben sein kann bekommt vor allem Dunk zu spüren, der sehr schnell merkt, das das Leben eines Ritters doch nicht ganz so einfach ist. wie er immer dachte. Er muss sich immer wieder Herausforderungen stellen, denen er früher entgangen ist. Dementsprechend leicht gerät er in die ein oder andere Falle, was die Geschichte um so reizvoller macht.
Gelungen sind auch die aufwendigen Zeichnungen von Mike S. Miller, die nicht nur die Figuren, sondern auch die Atmosphäre der Novelle lebendig und stimmungsvoll wiedergeben. Die Zeichnungen sind sorgfältig und ausgereift, es gibt keine stilistischen Ausreißer und man kann in vielfältigen Details schwelgen, wenn nicht gar ganz in die mittelalterliche Ritterwelt eintauchen.
 
”Der Heckenritter” bietet eine spannende und vielschichtige Handlung in qualitativ hochwertigen Bildern, die mit jedem francobelgischen Epos mithalten kann und zudem noch in einem Band abgeschlossen ist. Der Erwerb der Graphic Novel ist deshalb nicht nur für passionierte Comic-Leser kein Fehler, sondern auch ein schönes Geschenk für Fantasy-Fans, die sonst eher zu Romanen greifen.

Christel Scheja, 26.11.2007