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Rubrik: Comic

MAX (17): Marvel Zombies

R. Kirkman, S. Phillips
Marvel / Panini Comics
ISBN ---
124 Seiten
EUR 16,95

Titelbild: MAX (17): Marvel Zombies

MAX, das ist ein Imprint, bei dem klar ist: Hier geht es auf die eine oder andere Art härter zur Sache, als in den normalen Marvel-Comics. In diesem Fall macht schon der Titel klar, auf welche: Die Zombies versprechen Gewalt und Gammelfleisch, dass es nichts für schwache Mägen ist. Und im Gegensatz zu normalen Marvel Comics auch definitiv nichts für Kinder!
 
In einer der vielen Marvel-Parallelwelten hat ein außerirdisches Virus die größten Helden – von Colonel America [das Äquivalent zu Captain America; d.Red.] über Hulk und Iron Man bis zu Wolverine – zu Monstern gemacht. Für die Zombies zählt vor allem eines: Fressen, fressen von frischem Fleisch – vorzugsweise intelligenter Lebensformen. Ihre Welt ist entvölkert, und einzig dem Magneto dieser Welt ist zu verdanken, dass sie nicht über die Bewohner anderer Realitäten herfallen können.
Es sieht so aus, als wären die Zombies auf ihrer Welt ohne befriedigende Nahrung gefangen – doch da taucht der Silver Surfer auf und kündigt das Kommen von Galactus an ...
 
Zugegeben: Eine besonders intelligente Story bietet Marvel Zombies nicht. Aber das passt schon, immerhin handelt es sich um eine Superhelden-Comic-Version des Zombie-Splatter-Genres. Die Dialoge sind auf eine entsprechend kranke, fleischfressende, irre Zombie-Art auch gut – nicht überragend – gelungen; auf einer rein objektiven Messlatte von Sprachgewandtheit und Wortwitz gäbe es dafür natürlich eher ernüchternde Wertungen. Ähnliches gilt für die Logik, denn bei dem Genre-Mix darf es eigentlich nicht immer ganz astrein wirken.
 
Was den Splatter-Faktor betrifft, wird richtig dick aufgetragen. Hank Pym beisst seiner Wasp mal eben den – nachher körperlos sprechenden – Kopf ab, Colonel America rennt ohne Schädeldecke rum. Und das sind noch keineswegs die ”geschmackvollsten” Szenen.
 
Neben der Story an sich wird am Ende des Bandes noch eine Galerie sämtlicher Cover der US-Originalserie geboten. Was es hingegen wieder einmal nicht gibt, ist eine Seitennummerierung – wozu also der Index mit den Seitennummern der Kapitelanfänge (i.e. Beginn der einzelnen Hefte der US-Serie)?
 
Das Fazit ist klar: Die Marvel Zombies bieten gelungene Unterhaltung für Leser, die der Genre-Mix aus Superhelden und Zombie-Splatter anspricht. Wer speziell letzterem Genre nichts abgewinnen kann, sollte von der Gesamtwertung tunlichst ein bis zwei Sterne abziehen, bevor er eine Kaufentscheidung trifft. Wer hingegen voll darauf abfährt und Dialog-Trash und Logik-Mittelmaß als Genre-essentiell betrachtet, darf sich sogar noch einen dazu denken.

Thomas Pichler, 15.09.2007