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Rubrik: Belletristik

Der lange Weg nach Hause

Brian Keene
Otherworld Verlag
978-3-902607-01-0
176 Seiten
EUR 8,95

Titelbild: Der lange Weg nach Hause

Steve, Craig, Charlie und Hector sind Pendler, und wie jeden Werktag auf der Interstate 83 Richtung Baltimore unterwegs, als eine sonderbare Explosion die viel befahrene Straße binnen kürzester Zeit in ein Katastrophengebiet verwandelt. Nach einem Unfall ist Steves Beifahrer Hector tot und Craig verschwunden. Und nicht nur er, überall werden Menschen vermisst.
Plötzlich kennt Steve nur ein Ziel, er will möglichst schnell nach Hause kommen, um seine geliebte Frau Terry in die Arme schließen, falls sie noch da ist. Zusammen mit Charlie und – dem später hinzu gestoßenen – Frank, begibt er sich auf den langen und gefährlichen Weg nach Hause, denn um sie herum herrscht schon Gewalt, Unterdrückung, Verzweiflung und Tod.
 
Und wieder führt uns Brian Keene, Verfasser weiterer Endzeitszenarien wie ”Die Wurmgötter” oder das ”Reich der Siqqusim” in eine düstere Welt, der die Protagonisten an den Rand ihrer Fähigkeiten und Kräfte führt. Im Mittelpunkt steht dabei Steve, der die Ereignisse aus seiner Sicht erzählt.
Diesmal diente ihm die Entrückung, ein biblisches Thema, welches im ersten Buch der Korinther erwähnt wird, als Vorbild für diese Novelle. Demnach würden alle gläubigen Christen von einem Moment zum nächsten zum Himmel fahren. Die zurückgebliebenen Menschen erwartet ein siebenjähriges Martyrium voller Krieg, Hunger, Seuchen und Chaos. In der Offenbarung werden auch 144.000 Zeugen erwähnt, die Heiligen der Trübsal, die in dieser Zeit die Menschen wieder zum Glauben führen sollen.
 
Dem kurzweiligen, aber immer spannenden und nervenaufreibenden Lesestoff hat Keene noch ein umfangreiches Nachwort beigefügt. Hier beschreibt der Autor ausführlich alle Hintergründe zur Entstehung der Novelle und lässt keine Fragen offen. Der Leser erfährt auch wie Keene zur Religion steht, denn wer die Geschichten dieses Ausnahmeschriftstellers kennt, dem dürfte aufgefallen sein, dass seine Horrorgeschichten sich immer wieder mit Mythen und religiösen Themen befassen. Als zusätzliches Bonbon gibt es noch ein Vorwort von John Skipp, ein in der Horrorgemeinde überaus bekannter und erfolgreicher amerikanischer Autor, der auch Brian Keene inspiriert hat.
 

Antje Konopka, 25.03.2008