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Rubrik: Comic

100% Marvel (29): Die Fantastischen Vier - Das Ende

Alan Davis
Marvel / Panini Comics
144 Seiten
EUR 16,95

Titelbild: 100% Marvel (29): Die Fantastischen Vier - Das Ende

Hier ist Panini so richtig auf Zack gewesen: Mit Juni 2007 war das letzte Heft der US-Miniserie datiert, schon jetzt ist der deutsche Sammelband erhältlich. Das Thema ist ja auch richtig spannend: Ein Blick auf das Ende der Fantastischen Vier – wenn auch nur in einer alternativen Zukunft.
 
Die Story beginnt in einer Zukunft nach den nicht näher ausgeführten Mutantenkriegen, mit einem alten Antagonisten: Doktor Doom bekämpft die Fantastischen Vier. In einer Explosion löst sich nicht nur der Doktor auf, auch die ihren Eltern zur Hilfe gekommenen Richards-Kinder Franklin und Valeria sind nicht mehr.
 
Schon das scheint das Ende der Fantastischen Vier, und die Geschichte springt etliche Jahre weiter in der Zukunft. Reed Richards hat die Welt in eine utopische Zukunft geführt, in der Krankheit effektiv besiegt ist. Das Sonnensystem gilt dank der Fantastischen Vier und der Rächer als befriedet; vor Konflikten mit Außerirdischen schützt ein Vertrag, der das Sonnensystem zur Quarantänezone macht.
Die Fantastischen Vier sind getrennte Wege gegangen: Ben Grimm führt ein ziemlich normales Familienleben mit Alicia Masters und drei Kindern auf dem Mars. Johnny Storm fühlt sich bei den Rächern pudelwohl. Susan Richards betätigt sich als Unterwasser-Archäologin.
 
Dass nicht alles eitel Wonne ist in Utopia, zeigt sich zunächst an Reed Richards selbst: Er hat den Verlust seiner Kinder nicht verwunden, sein Dasein fristet er einsiedlerisch in seinem Orbital-Labor – mit offenbar nicht ganz ungefährlichen Experimenten.
Doch nicht nur er hat ein Problem mit dem utopischen Status Quo, und in einer wilden Fahrt steuert die Geschichte auf ein zweites, gänzlich anderes Ende nicht nur der Fantastischen Vier zu ...
 
Skrull. She-Hulk. Kree. Mad Thinker. Super Skrull (als She-Hulk). Wächter Uatu. Shi’Ar. Negativzone. Mole Man. Dr. Strange plus Tochter. Annihilus. Galactus. Und weitere, nicht unbedingt in genau dieser Reihenfolge. Klingt ein wenig überladen? Ist es auch, selbst für echte Marvel-Kenner gilt: Echt spannend, aber teils übertaktet. Alan Davis wäre gut beraten gewesen, einen Gang runter zu schalten – die Ideen hätten für zwölf statt sechs Hefte im US-Original gereicht.
 
Grafisch hat Alan Davis dafür alles richtig gemacht. Das ist bester Superhelden-Stil, wo die Hässlichen hässlich, die Schönen schön und die Galaktischen galaktisch sind. Seiner Mrs. Richards kauft man tatsächlich ab, um die Fünfzig und bestens in Form zu sein. Ach ja, und Heldinnen können sogar mit Textilien (ohne strategisch günstige Risse) sexy dargestellt werden – ein wahrlich utopisches Konzept!
 
Optisch blendend aufbereitet, bietet ”Die Fantastischen Vier – Das Ende” eine schnelle Geschichte mit vielen bekannten Marvel-Gesichtern. Zugegeben: Wer im Marvel-Universum nicht daheim ist, läuft Gefahr, von den vielen Charakteren erdrückt und vom Tempo überrollt zu werden. Marvel-Fans dagegen, insbesondere solche der Fantastischen Vier, werden sicher ihre Freude mit diesem Ideen-Feuerwerk haben.

Thomas Pichler, 19.09.2007