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Rubrik: Comic

King of Hell (1)

In-Soo Ra, Jae-Hwan Kim
TOKYOPOP
ISBN 978-3867190510
192 Seiten
EUR 7,50

Titelbild: King of Hell (1)

”King of Hell” lautet der Titel der neuen Serie des Zeichners der ”Warcaft”-Manhwas. In Korea wird die mittlerweile schon über zwanzig Bände fassende Serie schon als ”Koreanisches Dragonball” gehandelt. Es handelt sich bei ”King of Hell” folgerichtig um einen Manhwa, das heißt, man liest von links nach rechts, analog zu den westlichen Comics.
 
Im Jenseits tummeln sich nicht nur die Seelen der Verstorbenen, sondern auch die Seelen derer, die ihr vergangenes Leben nicht loslassen können. So auch der jugendlich wirkende Krieger Majeh, der tatsächlich aber beträchtlich älter ist. Sein Leben war der Kampf auf Leben und Tod. Ständig suchte er die Herausforderung und kann auch nach seinem Ableben nicht damit aufhören. Er findet sich in einer gigantischen Arena im Jenseits wieder und es dauert nicht lange, bis er auch an diesem verlassenen Ort für ordentlich Furore sorgt und deswegen vom ”King of Hell” den ungeliebten Job des Todesboten aufgedrückt bekommt. Von nun an vertreibt er sich die Zeit damit, die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits zu befördern. Doch es warten auch aufregende Abenteuer auf ihn, denn ein Spalt zwischen Jenseits und Diesseits ermöglicht schrecklichen Kreaturen den Zugang zur irdischen Welt ...
 
Der erste Band von ”King of Hell” kann noch nicht gänzlich überzeugen. Die Geschichte scheint sehr vielschichtig zu sein, da auf den 192 Seiten mehr angedeutet als erzählt wird. Die Handlung muss gelegentlich hinter den vielen Action-Sequenzen zurückstehen, dadurch werden die Charaktere nur oberflächlich vorgestellt und die Gründe für ihr Handeln erschließen sich dem Leser nicht sofort. Hier offenbart der Manhwa allerdings großes Potential und man darf hoffen, dass in den folgenden Bänden mehr Informationen zu Majeh und seiner Vergangenheit preisgegeben werden.
 
Die Zeichnungen sind sehr schön anzusehen und begeistern den Leser durch die klare Strichführung und die Detailfülle. Der Leser verliert bei den sauber angeordneten Panels nie die Übersicht und kann sich an den sauberen Zeichnungen erfreuen. Die vielen SD-Szenen, also Bilder in denen der Zeichner von seinen realistischen Zeichnungen in eine stark verniedlichende Form abweicht, sprechen vermutlich nicht alle Leser an, da sie mitunter sehr störend wirken und den Lesefluss ganz erheblich hemmen.
Das Cover ist sehr farbenfroh und wirkt im Vergleich zum Original weniger blass und matt. Ob der besonders aufgemachte Schriftzug den Lesern einen zusätzlichen Euro wert ist, wird die Zeit zeigen.
 
Es bleibt abzuwarten, ob sich der Manhwa ”King of Hell” am deutschen Markt behaupten kann. Die Geschichte beginnt eher schleppend, scheint aber viel Potential zu haben. Freunde von actionlastigen Erzählungen, bei denen auf zu verwirrende Storyelemente weitgehend verzichtet wird, werden auf ihre Kosten kommen.

Ralf Strohbach, 14.08.2007