Listen to the Universe ...

Rubrik: Comic

John Constantine - Hellblazer (1): Hölle auf Erden

Mike Carey, Leonardo Manco
Vertigo / Panini Comics
ISBN 978-3-86607-372-2
128 Seiten
EUR 16,95

Titelbild: John Constantine - Hellblazer (1): Hölle auf Erden

Auch wenn man bisher noch nichts von dem Comic gehört hat, so dürfte ”John Constantine” dem Genre-Fan doch spätestens durch die Verfilmung mit Keanu Reeves zum Begriff geworden sein.
Grund genug für Panini, die in DC´s Vertigo-Sektion erscheinende Comic-Serie in Graphic-Novels zu veröffentlichen, die jeweils eine abgeschlossene Geschichte präsentieren.
 
Seit einiger Zeit fallen immer wieder Menschen zwischen Los Angeles und London in einen komatösen Schlaf, aus dem sie nicht mehr erwachen, bis sie sterben. Das ist nur ein weiteres unerklärliches Phänomen, bis John Constantine darauf aufmerksam wird. Ein guter Freund wendet sich an ihn, denn seine Tochter ist in diesen Zustand gefallen und der Vater befürchtet jetzt das Schlimmste.
Der Meister der Magie sieht sich alles genauer an und stellt fest, dass das Koma keine natürliche Ursache hat, sondern von einem irren Dämonen verursacht wird, der es genießt, sich an den Seelen der Menschen zu verlustieren. Gegen ihn anzukommen ist fast unmöglich, es sei denn man sucht die Hilfe anderer Höllenkreaturen.
Und davon kennt John Constantine mehr als genug. Schon seit seiner Jugend hat er mehr oder weniger freiwillig Kontakt zu den dämonischen Totengöttern und Geistern der Vergangenheit. So ist der Versuch, die Menschen zu retten auch eine Reise in seine eigene Vergangenheit.
So beginnt er vorsichtig zu taktieren, denn er weiß, dass ihm Geschöpfe wie der Leichen liebende Beroul oder der finstere Totengott Mictlanthecutli jederzeit in den Rücken fallen könnten, wenn ihnen das ertragreicher erscheint.
Erschwert wird die Sache noch dadurch, dass ihm sein Freund nicht von der Seite weicht, und sich zusätzlich in Gefahr bringt. Deshalb nutzt John Constantine jede Gelegenheit in der er alleine ist, um seine Suche fortzusetzen und das dämonische Scheusal endlich in die Falle zu locken. Das er dabei genauso heimtückisch wie sein Gegenspieler agieren muss, versteht sich von selbst.
 
Die Welt des John Constantine ist schmutzig, grausam düster und voller Verrat oder Hinterlist. Wem das vertraut vorkommt, der irrt sich nicht. Optisch wie inhaltlich folgt der Comic den Spuren des legendären Film Noir. Nicht umsonst ist der Held ein zynischer Einzelgänger, der mit Vorliebe im Trenchcoat herumrennt und niemandem so wirklich traut.
Verknüpft mit klassischen Horrormythen aus Legenden und der Feder melancholisch-morbide denkender Phantasten ergibt sich ein Werk, das so manchem Pulp-Roman in nichts nachsteht. Zwar ist die Handlung für den Comic etwas stringenter gehalten und setzt stellenweise ziemlich auf bildliche Schockeffekte, aber die Geschichte verfehlt ihre Wirkung nicht. Mehr als einmal darf man den Schauder wohligen Grauens verspüren, wenn die Figuren ihre dämonische Macht entfalten.
 
”John Constantine” mag zwar nicht die Stimmung von ”Sandman” zu erreichen, weiß aber in der bildlichen Darstellung, der dazu passenden Farbwahl und im Aufbau der Geschichte zu überzeugen. Man benötigt ebenfalls kein Vorwissen, um in die Handlung einzusteigen und findet sich recht schnell in die Geschehnisse ein, so dass Genre-Fans, die auch Comics mögen, gerne einmal einen Blick riskieren können.

Christel Scheja, 04.06.2007