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Rubrik: Belletristik

Grendl

Frank Schweizer
Otherworld
ISBN 978-3-9502185-5-8
175 Seiten
EUR 17,95

Titelbild: Grendl

Was so scheinbar harmlos mit einem Riss am Himmelszelt beginnt, endet mit dem Ende der Welt. Gerade in dem Moment als das Universum in sich zusammenfällt und nur das Nichts übrigbleibt, ist Max Merkur mit dem Kopf gegen einen Altar mit Weihwasser gestoßen, weil eine unbekannte Person seinen Magisterabschluss in Philosophie gestohlen hat.
Im nächsten Moment befindet er sich schon unter Millionen von Menschen, die darauf warten in den Himmel zu kommen und möglichst nicht in die Hölle, denn darüber hat man ja schon viel Schlechtes gehört.
Doch das Paradies muss warten, denn Max bekommt eine Chance, sein Universum zu retten: Der Teufel Lutherion ist im Auftrag der teuflischen Geheimpolizei, kurz TSD, unterwegs und bittet ihn um seine Hilfe. Gemeinsam müssen sie herausfinden, was der Sinn des Lebens ist.
 
Haben sie sich schon mal gefragt, wie das Leben in der Hölle so ist? Sind Teufel wirklich so böse wie man denkt? Ist es so heiß, wie immer behauptet wird?
Frank Schweizer gibt in ”Grendl” Antworten auf zahlreiche Fragen bezüglich der Hölle, dem Himmel und dem gesamten Universum. Wir begleiten Max Merkur und Lutherion durch die Jahrhunderte und treffen zahlreiche bedeutende Philosophen wie Sokrates, Wittgenstein, Nietzsche und viele andere mehr. Nebenbei erfährt der Leser allerhand über Geschichte, Sitten, Gebräuche, Hierarchien und bedeutende Persönlichkeiten der Hölle. Und die ist unserer Welt gar nicht so unähnlich, bis auf eine Kleinigkeit: Denn was den Teufeln, laut Meinung des Autors, fehlt, ist der Sinn für Philosophie. Ja, die leidige Philosophie, die man in der Schule immer nicht so richtig verstanden hat, wird in Schweizers Buch lebendig. Und irgendwo dazwischen taucht ein Drache mit Namen ”Grendl”, sowie zwei Skelette, eine Spinne und ein Höllenhund auf.
 
Schweizers Buch ist ein Smaragd fürs Bücherregal, und damit ist nicht nur die aufwendige Aufmachung des Schmökers in Golddruck auf grünem Leineneinband gemeint, sondern auch der aberwitzige Inhalt, der die Lachmuskeln mehr als einmal überanstrengt – und wenn eine Pointe doch einmal nicht trifft, dann ist sie über der nächsten schnell vergessen. ”Grendl” ist also nicht nur etwas für philosophiebegeisterte Leser, sondern für auch für jene, die einfach wieder einmal herzlich lachen wollen. Ach ja, vielleicht auch für alle, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind ...

Antje Konopka, 25.05.2007