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Rubrik: Sachbuch

Anatomie für Fantasy-Zeichner

Glenn Fabry
Knaur
ISBN 978-3-426-64192-7
128 Seiten
EUR 14,90

Titelbild: Anatomie für Fantasy-Zeichner

Wer daran interessiert ist realistisch anmutende (Fantasy-) Figuren zu zeichnen, der benötigt Wissen über Anatomie, über Muskel- und Skelettaufbau, sowie über Bewegungsabläufe. Als Vorbild dient hier natürlich der menschliche Körper. Glenn Fabry, der schon 20 Jahre als Fantasy-Zeichner und Illustrator aktiv ist, hat ein Lehrbuch zum Thema zusammengestellt, das mit Hilfe vieler Beispiele, Vorlagen – darunter von Menschen nachgestellten Posen – und Erläuterungen in die schwierige Problematik einführt.
 
Den Einstieg bildet ein Kapitel über verschiedene Zeichenstile. Fabry unterscheidet dabei ”High Fantasy”, wo alles, insbesondere die Muskulatur der Helden übertrieben wird; ”Weltraumoper”, welches sich mit Wesen befasst, die nicht auf unserer Welt zu finden sind; ”Unheimlich”, als Genre der Horrorgestalten; ”Arkadien”, wo schöne Elfen und zarte Heldinnen zugeordnet werden; und ”Erotica und Exotica”, mit leicht oder gar nicht bekleideten Frauenfiguren.
Darauf folgt der Hauptteil, der sich wiederum in Teil I ”Meisterschule Fantasy” und Teil II ”Besetzungsliste” aufgliedert.
 
Doch zunächst zur ”Meisterschule”. Vorab wird der Grundaufbau des menschlichen Körpers, wie Skelett und Muskulatur gezeigt. Das Wissen über den Körperaufbau hilft bei der Realisierung verschiedener Bewegungsabläufe und Körperhaltungen. Hier kann man von der vereinfachten Figur ausgehen, um dann komplexere Haltungen und Bewegungen zu gestalten. Neben dem Körper ist auch der Gesichtsausdruck für einen überzeugenden Ausdruck der Figur von Bedeutung. Weiterhin werden Kleidung, Charakter- und Staturtypen behandelt; besonders umfangreich fällt der Abschnitt über Fantasy-Posen aus. Menschliche Modelle stellen die wichtigsten Körperhaltungen nach, die Positur eines zaubernden Magiers oder einer Kriegerin etwa. Den Abschluss bildet ”Über die Schulter geschaut” wo wir Bild für Bild die Entstehung einer Zeichnung nachvollziehen können, von der Skizze zum kolorierten Kunstwerk.
 
Der zweite Teil bildet eine Galerie typischer Hauptdarsteller des Fantasy-Genres.
Er dient dazu, die in Teil I vorgestellten Techniken zu trainieren und im Studium der Figuren allmählich eigene zu entwickeln. Zunächst wird in knapper Form der Charakter und der Körperbau vorgestellt. In Einzelbildern werden dann verschiedene Blickwinkel des Körpers sowie seine typische Mimik erläutert. Darüber hinaus ist der Held in einem vollständig kolorierten Gemälde zu sehen.
 
”Anatomie für Fantasy-Zeichner” vermittelt Basiswissen zum Körperbau von Fantasy-Figuren. Kurze Textpassagen erklären und erläutern die zu bewältigenden Schritte, daneben illustrieren zahlreiche Bleistiftzeichnungen, Skizzen, Fotografien, Grafiken und fertige Gemälde die vorgestellten Themen. Dabei hat Fabry zielsicher die richtigen Bildbeispiele herausgesucht, die Lust auf mehr machen, besonders beeindrucken die Malereien anderer Fantasy-Künstler. Auch das Layout ist überlegt und übersichtlich gestaltet. Wer sich über zeichnerisch angewandte Anatomie (nicht nur) im Bereich der Fantasy informieren oder einfach nur inspirieren lassen will, ist mit diesem Buch gut beraten.

Antje Konopka, 25.08.2007