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Rubrik: Sachbuch

Fantasy Beauties entwerfen und zeichnen

Chris Patmore
Knaur
ISBN 978-3-426-64392-1
128 Seiten
EUR 14,95

Titelbild: Fantasy Beauties entwerfen und zeichnen

Die Frau ist ein fester Bestandteil von Fantasiewelten. Doch wie unterscheidet sich die Konzeption eines weiblichen Charakters von dem eines männlichen und welche anatomischen Unterschiede gibt es? – Chris Patmore stellt in seinem Buch über 40 weibliche Figuren von verschiedenen Zeichnern vor; jeweils mit Entwurf, Skizze, Charakterisierung und koloriertem Bild.
 
Im Grundlagenteil wird ausführlich die Theorie und Praxis der Gestaltung von Frauenfiguren behandelt. Dabei beschäftigen sich die einzelnen Kapitel mit Erzähltechnik, Aufbau einer Geschichte und wichtigen Zeichenmaterialien, die benötigt werden wie Pinsel, Bleistift, Farben und Co. Da viele bekannte wie unbekannte Zeichner heutzutage ihre Entwürfe am Computer bearbeiten, darf auch ein Kapitel Bildbearbeitungsprogramme und benötigte Hardware nicht fehlen. In diesem Sinne wird das Arbeiten mit Photoshop und Poser besonders umfangreich vorgestellt und erklärt.
 
Im zweiten Teil des Buches folgt die Behandlung der weiblichen Archetypen. Er liefert Anregungen und Vorschläge zur Umsetzung der im ersten Teil erworbenen Kenntnisse. Die Figuren sind dabei in neun Kategorien eingeteilt: Göttinnen, Heldinnen, Cyberladies, Aliens, Femme fatale, Meeresschönheiten, Püppchen, Feen und Elfen und Mädchen von nebenan.
Zunächst wird jede Figur in einem Kurzporträt vorgestellt und anschließend werden in knappen Anmerkungen die Realisierung der Frauenfigur und die verwendete Technik erklärt. Da es somit keine wie übliche Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt, fällt es schwer, die einzelnen Arbeitsschritte nachzuvollziehen. Ein weiteres Manko ist die Deckblattgestaltung, die im Gegensatz zur Originalausgabe etwas lieblos ausfällt.
 
Alles in allem ist das Buch von Chris Patmore dennoch eine gute Einführung in das Thema. Es zeigt viele verschiedene Zeichenstile für weibliche Charaktere und kann damit zur Entwicklung eigener Figuren anregen und zumindest einige wichtige Grundlagen vermitteln.

Antje Konopka, 30.07.2007