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Rubrik: Comic

Spider-Man (35): Civil War

Straczynski, J. Michael / Garney, R. / Dose, A.
Marvel / Panini Comics
52 Seiten
EUR 3,95

Titelbild: Spider-Man (35): Civil War

Das Marvel-Universum steht vor seiner größten Zerreißprobe und es wird Zeit, sich zu entscheiden: Wer steht auf welcher Seite? Der CIVIL WAR hat begonnen. Dabei handelt es sich um eine 7-teilige Miniserie, die der schottische Autor Mark Millar zusammen mit dem Zeichner Steve McNiven entworfen hat. In dieser Serie stehen nicht nur die Freundschaften der Neuen Rächer auf dem Spiel, sondern es droht die Spaltung des ganzen Marvel-Universums. Der Grund für die tiefe Spaltung ist eine enorme Katastrophe, bei der mehrere hundert Unschuldige ums Leben kamen, und an der auch Marvel-Helden beteiligt gewesen sein sollen. Als Reaktion auf diese Tragödie richtet die Regierung eine Art Superhelden-Datenbank ein und zwingt unsere Helden, den Behörden ihre geheime Identität preiszugeben. Natürlich geht dieser Kelch an Peter Parker nicht vorbei, im Gegenteil, gerade er hat ja sein ganzes (Superhelden-)Leben darauf aufgebaut, dass so gut wie niemand weiß, dass er Spider-Man ist. Um diese Problematik dreht sich ”Spider-Man # 35 – Civil War” und die Geschichte beginnt mit ”Krieg im eigenen Land, Teil 1”, der ersten von drei Storys in diesem Band.
 
Nach dem oben erwähnten Massaker verschiebt sich die Sichtweise auf Superhelden wie Superschurken; wer anonym bleiben will, stellt sich gegen das Gesetz. Der Präsident will in einer Woche ein Gesetz in Kraft treten lassen, die jedes Superwesen zwingt inaktiv zu werden oder sich zu registrieren. Als Ersten informiert er Tony Shark darüber, der sich sofort hinter das Gesetz stellt und sich als Iron Man outet. Dann rät er Peter Parker es ihm gleich zu tun, aber dieser hält davon erst einmal gar nichts und fragt erst einmal seine Freundin und seine Tante um Rat. Und schon bald muss er auf einer Pressekonferenz Stellung beziehen, bei diesem gemeinen Cliffhanger endet leider der erste Teil.
 
Diese Geschichte aus Amazing Spider-Man 532 ist nicht nur sehr emotional, sondern auch politisch. Einerseits gibt es klare Anspielungen auf die Kommunistenhatz der 1950er, andererseits stehen 9/11 und Patriotic Act im Hintergrund. Persönliche Verantwortung und Schutz der Angehörigen werden thematisiert. Ein wirklich gelungener Auftakt zum Spidey-Ableger von Civil War, der leider im aufregendsten Moment endet. Wer die aktuelle Entwicklung von Spider Man mitbekommen will, muss einfach einsteigen.
 
Wohl als Kontrast zum ernsten Civil War-Thema ist die zweite Geschichte ”Der Saft, der Kraft verschafft” sehr humoristisch. Spider-Man wird von einigen Jungen zu seinen Superkräften befragt und mit anderen Superhelden verglichen, wobei er nicht gerade gut abschneidet. Da fordert Electro Spidey mal wieder zum Duell auf, welches aber für Letzteren eher peinlich endet. Sehr kurzweilig und wirklich ein starker Kontrast zur ersten Geschichte.
 
In der dritten und letzten Story ”Sieht aus wie ein Job für ...!” begleitet Peter Parker die wissenschaftliche Abteilung einer Hochschule bei einem Ausflug in ein Museum. Plötzlich bricht The Thing durch die Decke und liefert sich einen Zweikampf mit Creel. Das Museum droht einzustürzen, Spidey muss aktiv werden, aber die Zeit zum umziehen fehlt. Geht er das Risiko der Entlarvung ein und rettet die Menschen?
 
Insgesamt gesehen ein gutes Heft. Der Auftakt zum interessanten Spider-Man-Ableger zur Civil War-Reihe ist gut gelungen und die anderen beiden Geschichten sind eine nette Beigabe, die den Ernst etwas abmildern. Zwar ist das Thema Demaskierung kein Neues mehr, aber die Civil War-Reihe scheint es konsequent ausspielen zu wollen. Man darf wirklich gespannt sein, wie sich Peter Parker entscheidet und welche Konsequenzen daraus erwachsen.

Bernd Wachsmann, 03.05.2007