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Rubrik: Belletristik

Hellgate London (2): Goetia

Mel Odom
Panini Comics
ISBN 978-3-8332-1746-3
516 Seiten
EUR 12,00

Titelbild: Hellgate London (2): Goetia

Der zweite Band der Reihe spielt vier Jahre nach den Ereignissen aus Band 1. Sowohl die Templer, die Kabbalisten und als auch die Regierung erhalten Kenntnis von einem Artefakt, mit dem sich der Bedrohung durch die Dämonen möglicherweise begegnen lässt: Goetia, dem Kleinen Schlüssel Salomons, ein Verzeichnis der Dämonen und ihrer wahren Namen, durch die man Macht über sie gewinnen kann. Keine Frage, dass jede der Fraktionen begierig ist, den Schlüssel in ihren Besitz zu bringen.
 
Zugegeben, das Ganze ist — schonend formuliert — augenfreundlich groß gedruckt, aber es ist trotzdem immer wieder erstaunlich, wie sich mit einer im Grunde recht dünnen Handlung ein 500 Seiten starker Ziegelstein füllen lässt, ohne dass beim Lesen desselben zwangsläufig Langeweile aufkommen würde. Auch im 2. Band der Hellgate-Trilogie gelingt es Mel Odom, einen durchaus spannenden Roman zu liefern, der zwar nicht durchgängig einen inspirierten Eindruck hinterlässt, aber auch nicht lustlos hingeklatscht wirkt.
 
Was ein wenig stört ist, dass der Roman — wie schon sein Vorgänger — ein wenig zu bemüht ist, eine Klientel anzusprechen, die entweder noch recht jung ist oder nicht aus notorischen Lesern besteht. Unverblümt ausgedrückt: Der Schreibstil setzt auf Hauptsätze, auf ein geringes und einfaches Vokabular und erklärt auch gerne einmal durchaus sofort verständliche Sachverhalte so lange, bis auch der dümmste anzunehmende Leser alles verstanden hat. Das mag ja an sich ganz löblich sein, nervt aber spätestens dann, wenn man sich als passionierter Leser in die Grundschule zurückversetzt fühlt.
 
Wer sich davon nicht stören lässt (bzw. es gar nicht bemerkt), wird gut unterhalten und darf ein wenig tiefer in das Hellgate-Universum eintauchen, als das Spiel selbst es erlaubt.

Die Redaktion, 11.08.2008