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Rubrik: Comic

Star Wars (61): Dark Times (1)

Welles Hartley, Mick Harrison, Douglas Wheatley
Dark Horse / Panini Comics
60 Seiten
EUR 3,95

Titelbild: Star Wars (61): Dark Times (1)

Kurze Zeit nach Episode III: Aus Anakin Skywalker ist Lord Vader geworden, der Imperator Palpatine bei der Konsolidierung seines Imperiums zur Seite steht und sich zunehmend fragt, wozu die Macht des Imperiums in Zukunft dienen soll. Doch Palpatine will sich weder dazu äußern, noch hat er eine Aufgabe für seinen tatendurstigen Schüler.
 
Zur gleichen Zeit erlebt der Jedi-General Dass Jennir die Niederlage der nosaurianischen Armee auf der Kernwelt Neu-Plympto. Nach Erteilung der Order 66 – dem Befehl zur Auslöschung aller Jedi – war Jennir gezwungen, sich den Separatisten, also ehemaligen Gegnern der Republik anzuschließen. Doch auch er kann den Nosaurianern bei der Verteidigung ihrer Welt gegen die imperiale Kriegsmaschinerie nicht helfen. Nur durch Zufall überleben er und sein Freund Bomo den verzweifelten Versuch, die Klonkrieger lange genug aufzuhalten, damit die nosaurianischen Zivilisten – darunter Bomos Familie – evakuiert werden können.
 
Nachdem sie feststellen, dass sie die einzigen Überlebenden sind, begeben sie sich auf den Raumhafen von Neu-Plympto, um zu Bomos Familie aufzuschließen. In der bunt gemischten Mannschaft des Frachters UHUMELE finden sie Verbündete, die allerdings keine guten Nachrichten haben: Offenbar wurden alle Flüchtlinge vom Imperium abgefangen, um als Sklaven verkauft zu werden. Um sie vor diesem Schicksal zu bewahren, müssen Jennir und Bomo einen Weg finden, Neu-Plympto heil zu verlassen ...
 
Dieser Zweig der unmittelbaren Fortsetzung von Episode III setzt auf hinlänglich bekannte, aber auch bewährte Motive der Saga. Aufopferung, Freundschaft und der Kampf gegen einen übermächtigen Feind, Verbündete in Form von ehrenhaften Schurken und erste Andeutungen einer Romanze bilden die Rezeptur. Interessant ist dabei, dass Vader (noch?) nicht als kompromissloser Vollstrecker des Willens von Palpatine auftritt, sondern ganz im Gegenteil durch Reminiszenzen an sein früheres Leben als innerlich zerrissen charakterisiert wird. Gerade seine Haltung zu Sklaverei lässt ahnen, dass ihm in der Fortsetzung der Geschichte eine ambivalente Rolle zukommen – war doch Anakin als Junge selbst Sklave und schwor schon damals in kindlichem Idealismus, alle Sklaven befreien zu wollen.
 
Ebenso zwiespältig wie die Haltung Vaders ist die grafische Umsetzung der Geschichte. Den sorgfältigen Zeichnungen der Figuren, der Hintergründe und einer zur Story passenden, zurückhaltenden Kolorierung stehen eine Reihe von Schnitzern entgegen, die mir unverständlich sind. So wirken beispielsweise Effekte wie Explosionen, Blasterschüsse etc. wie von unkundiger Hand nachträglich eingefügt und sorgen in den entsprechenden Panels für Uneinheitlichkeit.
 
Die erste Liga der Graphic Novels aus dem SW-Universum bleibt dieser Geschichte zumindest mit dem 1. Band jedoch nicht nur wegen solcher Schnitzer versagt. Auch die Geschichte ist noch nicht so fesselnd, wie es sein könnte. Die Ausblicke auf die Fortführung machen allerdings sehr neugierig.

Martin Hoyer, 08.04.2007