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Rubrik: Belletristik

Colin Mirth

Achim Hiltrop
Books on Demand GmbH
ISBN 978-3-8370-0910-1
240 Seiten
EUR 13,95

Titelbild: Colin Mirth

”Gestatten, Commander Mirth, vom Scotland Yard.”
Zusammen mit seinem Partner Archibald Moore und einem Flaschengeist löst der clevere Ermittler jeden noch so kniffligen Fall. Dabei sind seine Gegner nicht immer von dieser Welt. Konnte man die Geschichten über Colin Mirth zunächst nur im Internet lesen, hat Achim Hiltrop die Episoden nun im Selbstverlag herausgebracht – vermutlich aus Spaß an der Freud, denn für gewöhnlich scheint der Autor keine Probleme damit zu haben, einen Verlag für seine Arbeiten zu finden.
 
Im Jahre 1876 wird Colin Mirth zum Scotland Yard nach London versetzt. Gleich hat er seinen ersten Fall zu lösen. Am Ufer der Themse verschwinden im Abstand von exakt vier Monaten Menschen auf mysteriöse Weise. Schnell finden die beiden heraus, dass beim Verschwinden der Personen jedesmal ein altes Postschiff aufgetaucht ist. Was die beiden noch nicht wissen: es handelt sich um ein Geisterschiff, welches ein furchtbares Geheimnis birgt.
 
Natürlich können der Commander und sein Partner den Fall lösen und gleich folgt der nächste, denn im dunklen London des 19. Jahrhundert gibt es noch viele Verbrecher, seien sie von dieser Welt oder aus dem Jenseits. Dabei steht Colin der blaue Flaschengeist zur Seite, der sich souverän gegen andere Geistergestalten behaupten oder mühsame Recherchen ein ums andere mal abkürzen kann. Und für die anderen Fälle ist ihm sein Partner Archibald eine große Hilfe, mit dem er schnell ein eingespieltes Team bildet.
 
Dabei erinnert die Gestalt Colin Mirth schon sehr an den wohl berühmtesten Ermittler des viktorianischen Englands, Sherlock Holmes. Natürlich hatte dieser nicht mit übernatürlichen Gestalten zu tun und erst recht keinen Flaschengeist als Helfer, doch gerade das macht Colin Mirth zu etwas Besonderem. Teilweise geht jedoch ausgerechnet die Anwesenheit eines Flaschengeistes, besonders eines so mächtigen, zu Lasten der Spannung, denn dadurch schwebt Colin nie ernsthaft in Gefahr. Doch in späteren Episoden kann der Autor diese Dominanz noch etwas zurücknehmen.
 
Wenn man darüber hinweg sieht, hat man mit Colin Mirth eine durchaus amüsante Sammlung von Kriminalgeschichten in der Hand, die es durch ihren lockeren Erzählstil, sowie den immer neuen und interessanten Gestalten und Begebenheiten, durchaus mit dem Vater aller Ermittler aufnehmen kann.

Antje Konopka, 14.05.2008