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Rubrik: Comic

Ghost Rider (SB 1): Teufelskreis

D. Way, J. Saltares, M. Texeira
Marvel / Panini Comics
124 Seiten
EUR 14,95

Titelbild: Ghost Rider (SB 1): Teufelskreis

So mancher Comic-Charakter erlangt derzeit eine gewisse Bekanntheit, weil es eine Filmversion seiner Geschichte gibt. Dadurch erlebt dann auch das passende Comic eine Renaissance; und hier ist es nicht anders: Erst 2006 hat Marvel Comics dem Geist der Rache ”Ghost Rider” wieder eine reguläre Heftserie gegeben, die ersten fünf dieser Hefte präsentiert Panini den deutschen Lesern in diesem Band.
 
Die Geschichte ist recht einfach gestrickt: Johnny Blaze, der einzige wahre Ghost Rider, sitzt zu Beginn in der Hölle fest, was ihm so gar nicht taugen will. Also ergreift er jede sich bietende Gelegenheit, Fluchtversuche zu wagen. Als schließlich endlich einer klappt, entpuppt sich das als gewaltiges Fiasko: Luzifer ist des hilfreichen Wurms Kern, hat den doofen Johnny reingelegt und ist mit dessen dümmlicher Hilfe auf Erden gekommen.
 
Zurück auf Erden hat unser Anti-Held erst mal Glück. Er ist zwar erst mal Mitten im nirgendwo gestrandet, doch kommt eine hilfreiche Truckerin vorbei. Sie hasst zwar rein zufällig Johnny Blaze und macht seine Familienjuwelen mit ihren Stiefeln bekannt, aber was soll´s? Sie ist ein wahres Seelchen und bringt ihn doch zum nächsten Truck Stop und darf uns ihre beiden Verkaufsargumente noch auf ein, zwei weiteren Panels vor Augen halten.
 
Dann kommt es zum ersten Aufeinanderprallen von Ghost Rider und Luzifer, womit die Jagd aber erst beginnt. Johnny darf in weiterer Folge neben dem Leser noch Dr. Strange und ein kosmisches Wesen namens Numecet überzeugen, dass er ein ziemlich verblödeter Geist der Rache ist. Wenigstens hält er Numecet – Wohl Dank ihres knappen Outfits und ihrer großen Qualitäten? – für einen Engel und ist bereit, ihren Ausführungen zu lauschen, statt sie wie Dr. Strange zu vermöbeln. Dann geht es wieder aufs Motorrad und zum Showdown gegen Luzifer.
 
Der Charakter des Johnny Blaze/Ghost Rider wird im Wesentlichen als der eines jammernden Trottels mit der Macht des Geists der Rache gezeichnet, was weder sonderlich überzeugend noch tatsächlich witzig wirkt. Die Story allgemein ergänzt den schwachen Eindruck bestens: Sie ist so seicht und actionlastig, wie es allen Stereotypen über Superhelden-Comics entspricht. Einzig die bisweilen böse-bissigen Meldungen Luzifers, der sich über den Trottel Blaze lustig macht, können da ein paar Kohlen aus dem Feuer holen – aber nur, so lang man nicht drüber nachdenkt, dass die grauenhafte Charakterisierung des Helden demnach beabsichtigt sein dürfte.
 
Zeichnerisch ist das Werk natürlich auf einem etwas anderen Level, aber das darf man beim Team von Javier Saltares und Mark Texeira auch erwarten. Vor allem, wenn Luzifer oder von ihm Besessene auftreten, tritt zumindest optisch tatsächlich so etwas wie Stimmung auf. Andere Abschnitte sind zwar irgendwie platt, wenn auch in den Fällen der Truckerin und Numecets auf die dralle Art; allein, ein wenig bunte Action passt letztendlich zum Inhalt.
 
Kurzum: Dieser Band ist graphisch besseres Mittelmaß, erzählerisch aber sogar unter dem Superhelden-Schnitt. Für ein Massenpublikum, das weitgehend hirnlose Action schätzt, wohl geeignet, aber bei weitem keine tatsächliche Empfehlung wert.

Thomas Pichler, 25.06.2007