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Rubrik: Belletristik

StarCraft Ghost: Nova

Keith R. A. DeCandido
Panini Comics
ISBN 978-3-8332-1461-5
320 Seiten
EUR 9,95

Titelbild: StarCraft Ghost: Nova

Nova” ist der Auftaktroman zu der neuen ”StarCraft Ghost” Reihe, die zwar wie auch die vier Vorgänger im altbekannten StarCraft-Universum spielt, sich aber besonders auf die Spezialagenten der Ghost-Akademie konzentriert. Da das Schicksal der bekanntesten Agentin Sarah Kerrigan leider schon durch das Computerspiel ”StarCraft” und das AddOn ”BroodWars” bekannt war, wurde einfach eine neue Hauptfigur eingefügt, so Blizzards kreativer Kopf Chris Metzen im Vorwort. Ihre Geschichte sollte eigentlich auch als eigenständiges Spin-Off erscheinen, aber das Spiel wurde bis heute leider noch nicht realisiert.
 
An dem 15. Geburtstag der jungen November Terra, auch Nova genannt, überschlagen sich die Ereignisse. Die Rebellen-Armee unter der Herrschaft von Arcturus Mengsk befindet sich immer noch im Krieg gegen die Konföderation. Man munkelt über Verbindungen zu den fremden Alien-Rassen der Zerg und Protoss, aber niemand weiß Genaueres. Um gegen das totalitäre Regime anzukämpfen, überfallen und sprengen die Söhne Korhals immer mehr die Produktionsstätten und Fabriken der alten Händlerfamilien. Auch die von Novas Vater. Zu ihrem eigenen Schutz soll sie nun mit den anderen Händlerkindern von Tarsonis fliehen. Aber Nova, die schon als Kind immer sehr ”empathisch” begabt war, fühlt das etwas mit ihren Eltern nicht stimmt und verlässt das Shuttle-Fahrzeug noch vor Abflug. Sie kommt gerade noch rechtzeitig, um den Tod ihrer Eltern und ihrem älteren Bruder mitzubekommen ...
 
Verzweifelt und verwirrt von dem Anschlag und ihren Telekinese-Kräften flieht sie in den Untergrund von Tarsonis und schlägt sich fortan mehr schlecht als recht durch. Fagin, ein örtlicher Drogendealer und Erpresser nimmt sich ihrer an und nutzt sie zu seinen ganz eigenen Zwecken.
Zeitgleich bekommt auch die Konföderation Wind von dem Anschlag und sieht die Chance einer potenziellen Telepathin. Der Krieg gegen die Rebellen und die Aliens spitzt sich immer mehr zu und händeringend werden neue Ghosts gesucht. Das sind ausgebildete Spezialagenten, die mittels Telepathie und Telekinese ihre Gegner bekämpfen können. Der Wrangler Malcom Kelerchian soll Nova suchen und sie von dem Ghost-Programm überzeugen.
 
”Nova” ist eine mäßig spannende Mischung aus Military-Science-Fiction und klassischen Krimi-Elementen. Die Handlung wird sehr geradlinig ohne große Überraschungen erzählt und ist dadurch leider recht vorhersehbar geraten. Die Figuren, allen voran Nova, sind dagegen einfallsreicher und realistischer gestaltet. Alle haben ihre eigenen Motive und handeln auch dementsprechend danach. Zum Glück wurde auch auf die klassische schwarz-weiß Zeichnung verzichtet. Die sympathische und junge Hauptfigur Nova kämpft gegen ihr Schicksal an und wird erwachsen. Während sie anfangs nur die verwöhnte Tochter eines Händlers ist, entwickelt sie sich durch die Erlebnisse im Ghetto weiter und wird schließlich Star-Schülerin an der Ghost-Akademie.
Negativ werden vor allem die Hardcore-StarCraft-Fans das Setting des Romans sehen, da es nicht unbedingt zu den Vorgängerromanen passt. Der Großteil der Handlung spielt in dem Untergrund von Tarsonis und von den politischen und militärischen Geschehnissen erfährt man als Leser eher weniger. Störend ist auch, dass ein Teil der Sprache Gossen-Schlang mit zu vielen Wiederholungen von dummen und eintönigen Beschimpfungen wie ”Schnalle” und ”Schrumpfhirn” ist. Das ist zwar angebracht, wenn man das Setting betrachtet, nervt aber auf Dauer gewaltig.
 
Insgesamt ist ”Nova” ein mäßig spannender Science Fiction Roman, der nicht unbedingt viel Neues aus dem StarCraft-Universum erzählen kann, aber durch die sympathische Heldin kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch bietet.

Carina Schöning, 02.10.2007