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Rubrik: Comic

Rex Mundi (1): Der Wächter des Tempels

Arvid Nelson, EricJ, Jeromy Cox
Ehapa
ISBN 978-3-7704-6610-8
184 Seiten
EUR 20,00

Titelbild: Rex Mundi (1): Der Wächter des Tempels

Sie mögen Comics, die gute Zeichnungen und einen einfallsreichen Plot beinhalten? Mystery-Thriller, Verschwörungstheorien und Alternativwelten? Dann willkommen in der Welt von ”Rex Mundi”. Die Autoren haben eine Welt geschaffen, in der sich die Geschichte seit dem Mittelalter völlig anders entwickelt hat als in der Welt, wie wir sie kennen.
 
Der Plot beginnt 1933 in Frankreich, welches von Adel und Klerus regiert wird. Ganz Europa ähnelt anscheinend von der Gesellschafts- und Politikform her dem irdischen Mittelalter, inklusive Adelsherrschaft, Gilden und Inquisition. Aber letztere hat stellenweise mehr Macht als die staatlichen Kräfte und Magie existiert. Der Protagonist Dr. Julien Saunière geht dem Diebstahl eines verlorenen Dokuments auf den Grund und findet sich plötzlich in einer gigantischen Verschwörung wieder, deren Hintergründe im ersten Band aber erst angerissen werden. Aber es kein großes Geheimnis, dass es um den Heiligen Gral und die Tempelritter geht.
 
Die Ehapa Comic Collection veröffentlicht die amerikanische Heftserie ”Rex Mundi” in mehreren Hardcover-Sammelbänden. Der vorliegende erste Band bildet den Auftakt zu der Reihe, von der es laut Verlag vermutlich insgesamt sechs Bände mit jeweils knapp 180 Seiten geben soll. Der zweite Teil mit dem Titel ”Der unterirdische Fluss” erschien im Frühjahr 2007, weitere Bände stehen im Juli 2007 noch aus. Die Zeichnungen sind in einem dem Thema angemessenen Stil und von guter Qualität. Die Größe der Bilder schwankt, wichtige Szenen bekommen auch mal eine eigene (Doppel-) Seite eingeräumt.
 
Die Handlung ist aufgrund des Settings von eher düsterer Art und ganz ohne Blut kommt sie nicht aus. ”Rex Mundi” ist aber trotzdem Mystery und kein Horror, und das Blut trieft nicht aus dem Band heraus, sondern wird pointiert eingesetzt. Die einzelnen Themen sind zwar nicht unbedingt neu, aber die gelungene Variation und Mischung machen den Reiz der Serie aus. Das Setting ist eine interessante Alternativwelt und die Inquisitoren in ihren Masken verbreiten wirklich leichten Grusel. Jeweils am Ende der sechs Abschnitte informieren Zeitungsartikel über die Welt von Rex Mundi, eine sehr gut umgesetzte Idee. Diese Zeitungsartikel sind nicht nur Füllwerk, sondern ein wichtiger Teil des Comics und sollten auch gelesen werden. Den Abschluss des Bandes bildet die Cover-Galerie, die alle Cover der original sechs Hefte umfasst. Vorne und hinten im Band befindet sich noch eine informative Karte, die ungefähr Europa bis Russland und Nordafrika umfasst.
 
Aufmachung, Inhalt und Qualität rechtfertigen den Preis des Bandes und er ist für Fans der Themen eine klare Empfehlung. Das Einzige, was man dem ersten Band vorwerfen kann ist, dass er Appetit auf die weiteren Bände macht, weil man wissen will, wie es weiter geht ...

Bernd Wachsmann, 03.08.2007