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Rubrik: Comic

100% DC (5): Batman und die Monster-Männer

M. Wagner
DC / Panini Comics
148 Seiten
EUR 16,95

Titelbild: 100% DC (5): Batman und die Monster-Männer

In ”Batman und die Monster-Männer” hat ein Meister seines Fachs, Matt Wagner, einen Klassiker von 1940 modern umgesetzt. Hugo Strange, ein Wissenschaftler, dessen Spezialität das Experimentieren mit Genen ist, erlebt hier sein Revival. Er würde gerne den perfekten Menschen erschaffen, ohne Mankos wie Kleinwüchsigkeit, Fehlsichtigkeit oder O-Beine, unter denen er selbst leidet. Seine Experimente, welche er an Menschen ausführt, die er aus fragwürdigen Quellen erhält, gelingen allerdings noch nicht so, wie er sich das vorstellt. Es entstehen riesige, mutierte und extrem starke Monster-Männer, die Menschenfleisch essen.
 
Zeitgleich treibt noch ein anderer Schurke sein Unwesen in Gotham City. Drogendealer Maroni hat dem Vater von Julie, der Freundin von Bruce Wayne (alias Batman), Geld geliehen. Er besitzt einen Betrieb mit 2000 Angestellten und benötigt dringend Geld, um das Gehalt zahlen zu können, da das Geschäft gerade nicht so gut läuft. Um nicht ins Gespräch zu geraten, will er aber keine offiziellen Quellen nutzen und wendet sich an Maroni. Batman ist ihm auf den Fersen, ohne zu ahnen, wie sehr der Fall mit ihm verbunden ist.
 
Im Laufe der Story verästeln sich einzelne Handlungsstränge zu einem Gesamtbild. Was zu Anfang noch undurchschaubar wirkt, wird zu einer komplexen Geschichte, deren einzelne Fäden wie bei einem Spinnennetz alle einen gemeinsamen Knotenpunkt haben.
 
Erzählt wird immer aus der Sicht einer der Protagonisten. Mal berichtet Julie, wie Batman oder ihr Vater auf sie wirken und was sie beobachtet, mal der Leser folgt Maroni in eine Spielhölle. Die Berichte sind farblich gekennzeichnet, so dass man die einzelnen Personen sehr leicht auseinander halten kann, auch wenn die Szenen schnell wechseln. Ein besonderes Highlight ist der erste Kampf Batmans gegen die Monster-Männer in der Mitte des Romans. Der Held ist leicht betäubt, muss aber gegen drei Giganten antreten. Die riesigen Mutanten setzen dem Mitternachtsdetektiv extrem zu und als Leser kann man genau verfolgen, welche Pläne er entwickelt, um zu entkommen.
 
Wagners Zeichenstil passt hervorragend zum Konzept der Serie, Klassiker neu umzusetzen. Er zeichnet sehr klar und stilisiert, dabei aber ausgesprochen kräftig und ausdrucksstark. Oft werden einzelne Szenen nur in Umrissen und Schattenbildern dargestellt.
 
Die Kämpfe werden in ”Batman und die Monster-Männer” äußerst blutig dargestellt. Während Batman ursprünglich noch ein maskierter Detektiv war, ist er seitdem immer mehr zu einer Art psychopatischem Superhelden geworden und ähnelt so seinen Gegnern. Diese im Laufe der Zeit erfolgten Veränderungen sorgen dafür, dass die aktuellen Comics wesentlich erwachsener wirken.
 
Das Heft selbst ist sehr ansprechend gestaltet, man findet alle Original-Cover der sechs US-Versionen auf der Innenseite des Umschlags abgedruckt. (Im englischen Original ist die Geschichte in sechs Bänden erschienen.) Außerdem ist hinten im Comic, als Extra, eine Kurzbiografie des Zeichners und Autors dieser Story, Matt Wagner, abgedruckt, sowie ein Batman-Lesezeichen, das sich leicht herausschneiden lässt, ohne das Heft selbst zu beschädigen. Dieser Band ist der Auftakt einer Trilogie, an den ”Batman and the Mad Monk” nahtlos anschließt, der aber in sich abgeschlossen ist.

Bine Endruteit, 23.12.2006