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Rubrik: Belletristik

Battlestar Galactica: Das Geheimnis der Zylonen

Craig Shaw Gardner
Panini Books
ISBN 978-3-8332-1445-5
283 Seiten
EUR 9,95

Titelbild: Battlestar Galactica: Das Geheimnis der Zylonen

Der erste Zylonenkrieg ist lange vorbei. Die Veteranen aus den Schlachten werden immer weniger, und die meisten der neuen Militärangehörigen haben noch nie in ihrem Leben einen Zylonen gesehen. Die Maschinenwesen haben sich scheinbar komplett aus den Galaxien, die von Menschen bevölkert sind zurückgezogen.
Der Kampfstern Galactica hat den Auftrag, nach vergessenen Außenposten zu suchen und die Plünderer aufzuhalten, die sich überall im All herumtreiben und nach Piratenmanier Schiffe und Raumstationen überfallen, die eben nicht bis an die Zähne bewaffnet sind. Bei ihrem Auftrag gerät das Schiff auf die Spur des Plündererkapitäns Nadu und folgt ihr, nicht ahnend, was sie am Ende erwarten wird.
An Bord der Lightning, des Schiffes besagten Captains, hat Tom Zarek vor kurzem angeheuert. Dem Ersten Offizier Griff ist er gleich aufgefallen und dieser nimmt den jungen Mann unter seine Fittiche, um Tom zu seinem Ersatzmann heranzuziehen. Doch der hat eigentlich andere Ziele.
Da fängt die Lightning ein eigenartiges Funksignal auf, das auf eine vergessene Forschungsbasis hindeutet. Umso größer die Verwunderung, als man feststellt, dass es dort offensichtlich nach Jahren immer noch Menschen gibt. Menschen, die nicht informiert worden sind über den Krieg mit den Zylonen. Menschen, die ein Geheimnis bergen.
Tom soll Verhandlungen mit der Omega-Basis aufnehmen. Doch mit einem hat auch er nicht gerechnet. Mit etwas, was vor knapp einer Generation selbstverständlich war ...
 
Nach dem Roman, der den Pilotfilm nacherzählt, legt Panini nun den ersten echten Roman der Reihe ”Battlestar Galactica” vor, Band 2 ist bereits angekündigt. Damit dürfte dann wohl zumindest der Versuch ernsthaft gestartet worden sein, diese Serie auch in deutsche Bücherregale zu bringen.
Im Gegensatz zum Pilot-Roman ist der erste reguläre wesentlich actionreicher und zusammenhängender. Er liest sich flott und ist eine nette Lektüre für ”zwischendurch”. Zudem kommt noch das kleine Schmankerl dazu, dass wohl die interessanteste Figur der Fernsehserie hier den Hauptcharakter stellt und deren Hintergrund festgelegt wird: Tom Zarek.
Die Mannschaft der Galactica spielt nur am Rande eine Rolle in diesem Buch. Erwähnenswert vielleicht, dass der Roman einige Jahre vor der Serie spielt. Adama ist noch ein Colonel, Tigh Captain und das Kommando über den Kampfstern besitzt Admiral Sing. Dennoch werden auch hier einige Grundsteine für die spätere Handlung gelegt.
 
Allerdings sollte der Titel ”Das Geheimnis der Zylonen” nach der Lektüre schon einiges an Magenschmerzen bereiten. Sicher werden einige der Geheimnisse angedeutet und ein relativ wichtiges auch aufgedeckt, doch die eigentliche Handlung bestimmt weiter Zarek und sein kurzes Intermezzo als Plünderer. Er mag zwar nicht der strahlende Held sein, aber er ist gewitzt und zeigt bereits einige Züge, die ihn später in der Serie auszeichnen werden.
Was es genau mit der Forschungsstation Omega auf sich hat, soll hier nicht geklärt werden. Es reicht, wenn erwähnt wird, dass sich dort Überraschendes ereignet, das vielleicht sogar einen zweiten Zylonenkrieg hätte auslösen können, wäre der Konflikt nicht durch überraschenden Heldenmut zumindest ausgesetzt worden.
 
Ein wenig schade auch die sehr einfache Erzählweise. Eines der Bücher, bei denen man doch einmal in das englische Original hineinlesen möchte, um herauszufinden, ob dieses an der Übersetzung liegt oder bereits dort so geschrieben stand. Für das stellenweise doch recht schwere und zumindest einmal an einen Horrorfilm erinnernde Szenario wirkt die Wortwahl zu harmlos und jugendlich, so dass hier deutlich hätte dazugewonnen werden können.
 
Alles in allem ein netter Roman, den man schnell einmal durchlesen kann. Leider reicht es aber auch nicht für mehr. Freunde etwas anspruchsvollerer SF werden sich bei diesem Buch nicht sehr wohl fühlen, trotz aller Action. Auf einer Skala von eins bis fünf ... eine vier.

Ramona Schroller, 11.08.2007