Listen to the Universe ...

Rubrik: Comic

Justice League Of America (SB 1): Aus der Asche

Brad Meltzer, Ed Benes
DC / Panini Comics
100 Seiten
EUR 12,95

Titelbild: Justice League Of America (SB 1): Aus der Asche

Was früher ein wohl überlegter Schritt war, um die Geschichte, das Aussehen und den Charakter der aktiven Superhelden den Bedürfnissen einer neuen Generation anzupassen, ist in den letzten zwanzig Jahren zu einem markttechnischen Kalkül geworden. Superhelden sterben, um in einer neuen Inkarnation wiedergeboren zu werden — oder aber ihr gesamtes Universum geht gleich mit ihnen unter.
So oder so betrifft das nicht nur die Figuren selbst sondern auch die Organisationen, die sie gegründet haben, um noch effektiver und schlagkräftiger gegen das Verbrechen vor zu gehen.
 
Nachdem das DC-Universum erst vor wenigen Jahren einen erneuten Wandel durchmachte und die Infinite Crisis durchlitt, blieb auch die vielgerühmte ”Justice League of America” — in die nur die bedeutendsten und mächtigsten Superhelden Aufnahme fanden, wie etwa Superman, Wonder Woman und Batman — auf der Strecke.
Nun, wo die Spuren der ”Infinite Crisis” endlich verblassen, treffen diese drei wieder aufeinander, um die Justice League erneut aus der Asche zu heben. Sie haben inzwischen aus den früheren Fehlern zu lernen und versuchen alles besser zu machen, doch wenn sollen sie diesmal aufnehmen?
Die Suche nach geeigneten Kandidaten ist auch eine Reise in die Vergangenheit. Die drei erinnern dabei jedoch nicht nur an die schwersten Stunden der Liga, in denen der Tod oder persönliche Gefühle den Bund auseinander brechen ließen.
Mehr als einmal geriet jeder von ihnen in eine schwere Krise, die ihn oder sie an sich selbst und den Zielen der Gemeinschaft zweifelten. Doch es gab auch glücklichere Stunden, in denen sie die Hochzeit von Freunden und früheren Partnern miterleben konnten.
Derweil kämpft Red Tornado, eines der früheren Mitglieder der Gerechtigkeitsliga um seine Menschlichkeit. Doch er hat keine andere Wahl als seinen zerstörten alten Leib aufzugeben und in einen neuen zu schlüpfen und noch einmal von vorne anzufangen, nicht ahnend, dass sich längst ein anderer seine Vermächtnisse angeeignet hat und daraus Nutzen zu ziehen versucht. Als der wiedergeborene Superheld das erkennt ist es beinahe zu spät.
 
Der erste Sonderband der Serie ”Justice League of America” versucht eine Brücke zwischen den früheren Inkarnationen der Gerechtigkeitsliga und der, die neu entstehen soll zu schaffen. Brad Meltzer und Ed Benes arbeiten dabei mit Rückblenden, in denen sie immer wieder an wichtige Ereignisse, meistens die Zusammenbrüche der Gemeinschaft erinnern, so dass man gerade im ersten Teil nicht unbedingt eine durchgehende Story erwarten. Die Erinnerungen der drei Helden wecken nostalgische Erinnerungen an frühere Geschehnisse — egal ob tragisch oder fröhlich — mehr allerdings nicht.
Erst mit dem Handlungsstrang um Red Tornado kommt so etwas wie Action in die Geschichte. Dieser Superheld hadert nicht nur mit einer Veränderung, durch die er unter Umständen viel verlieren könnte, sondern muss sich später auch den Herausforderungen eines Schurken stellen, der seinen metallenen Körper dutzendfach nachgebaut hat um sich eine Armee zu schaffen.
Zwar scheint er einer der auserwählten Kandidaten von Superman, Wonder Woman und Batman zu sein, aber noch ist von einer Gerechtigkeitsliga nicht viel zu merken — jeder der Helden kämpft — wenn er kämpfen muss, seine eigene Schlacht. Und das ist durch die oft wechselnden Handlungs- und Zeitebenen nicht immer leicht. Die Zeichnungen entsprechen zwar dem üblichen Heftstandard, sind aber leider nicht immer so gut wie man es sich wünschen möchte.
 
Um frisch in die Serie einzusteigen eignet sich dieser Band nur bedingt. Die Rückblenden sind zu kryptisch um für einen völligen Neueinsteiger wirklich interessant zu sein und über den eigentlichen Sinn und Zweck des Bundes erfährt man auch nicht gerade viel. Das macht den Band allenfalls für 100%ige Fans der DC-Superhelden und einem entsprechenden Vorwissen interessant.

Christel Scheja, 05.07.2007