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Rubrik: Comic

Hellgate London

Ian Edginton, Steve Pught
Dark Horse / Panini Comics
ISBN 978-3-86607-479-8
100 Seiten
EUR 12,95

Titelbild: Hellgate London

Seit mehr als einem Jahr wartet die Gemeinde der PC-Rollenspiele-Fans auf das Game, das zur Zeit von den Programmierern rund um Entwickler-Urgestein Bill Roper (bekannt durch die ”Blizzard”-Meilensteine, wie ”Warcraft”, ”Starcraft”, ”Diablo” und ”World of Warcraft”) in den Flagship Studios produziert wird.
Das Spiel dreht sich um ein Endzeitszenario, in welchem London durch eine Dimensionstor-Katastrophe von Dämonen überschwemmt wurde und nur einige wenige Menschen überlebten. Diese verbünden sich nun gegen die Horden der Monster und versuchen das weitläufig zerstörte London aus deren Klauen zu befreien.
Der Ansatz des Spiels bietet vielfältige Möglichkeiten das Franchise zu erweitern. Im Panini Verlag erscheinen daher schon vor der Veröffentlichung des Games verschiedene Projekte. Neben einem Roman ist der vorliegende Comic eines davon.
 
London im Jahr 2020 – Jessica Sumerisle, die zehnjährige Enkelin von Lord Patrick Sumerisle, ist unter mysteriösen Umständen verschwunden. Sowohl der Großvater als auch der MI-5, vertreten von der Agentin Lyra, suchen nach ihr. Man findet sie in einem abgelegenen Gebäude, zur Opferung bei lebendigem Leib aufgehängt. Es ist das Werk von Dämonen, welche auch sofort nach Entdeckung der Geisel losschlagen.
Es kommt, wie es kommen muss: Das Dimensionstor öffnet sich und Horden von Monstern fallen über London her. Lord Patrick Sumerisle ist Mitglied einer Geheimsekte, den Templern. Er versucht mit Hilfe seiner Kameraden das Schlimmste zu verhindern.
Zeitsprung: Zehn Jahre später ist Jessica Sumerisle selbst Anführerin der Templer geworden und sucht die Auseinandersetzung mit den Dämonen. Aber es gibt noch andere Gruppen in London: die Kabbalisten und die Jäger. Die Suche nach einem bestimmten Artefakt schweißt sie zusammen – denn nur gemeinsam können sie den Kampf gegen die Dämonen gewinnen.
 
”Hellgate London” ist ein Comic, das Lust auf das PC-Game machen soll. Dies gelingt aber nur bedingt. Die Story ist geradlinig, unkompliziert. Das spricht zum einen für das Comic, andererseits birgt es somit keine großen Überraschungen und man blättert bald Seite um Seite um, schon um den Inhalt der nächsten Panel wissend.
Die Zeichnungen sind das nächste, was ambivalent wirkt. Sie schwanken zwischen hervorragend detailliert und grob vereinfacht. Zwar ist die Panel-Gestaltung mit ihren Aufbrechungen der Form gelungen, aber die Zeichnungen selbst sollten einheitlicher sein. Zudem überwiegt in den Schlachtszenen ein wahrer Blutrausch, der aber in seiner grellen Buntheit comicartig überzeichnet wirkt.
 
Das Comic zum kommenden PC-Spiel ”Hellgate London” ist von zwiespältiger Natur. Während auf der einen Seite manche Zeichnung gefallen kann, stehen wiederum andere Panel von der Optik her auf der Verliererseite.
Die Story ist geradlinig, ohne große Überraschungen und steckt schon bald in einem Bilderrausch fest, der sich in Schlachtgetümmel nahezu verliert.
Für RPG-Fans der hartgesottenen Art ist das Comic geeignet, um die Wartezeit bis zum Erscheinen des Games zu verkürzen. Alle anderen sollten einen Bogen darum machen.

Markus K. Korb, 18.10.2007