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Rubrik: Sachbuch

Leonardo da Vinci

Daniel Kupper
rororo monographien
ISBN 978-3-499-50689-5
160 Seiten
EUR 8,50

Titelbild: Leonardo da Vinci

Leonardo Da Vinci gilt als der Vertreter der Renaissance. Neben seinen überragenden Leistungen in der Malerei, eignete sich der Künstler Kenntnisse aus allen Gebieten der damaligen Naturwissenschaften, der Technik und der Architektur an.
Schon zu seiner Zeit wurde seine universale Begabung und sein grenzenloser Wissens- und Forscherdrang hoch geschätzt. War er schon zu Lebzeiten ein Vorbild, beeinflusste seine Art der Malerei auch in den folgenden Jahrhunderten das Wirken vieler Künstler.
Doch kaum eine andere historische Persönlichkeit ist von so vielen Geheimnissen umgeben. Trotz der intensiven Erforschung seines umfangreichen Schriftnachlasses sowie seiner Malereien und Studien, bleibt vieles im Dunkeln – seien es die mysteriösen Umstände seiner Geburt, Lücken in seinem Lebenslauf oder die Unklarheiten einige seiner Werke betreffend.
 
Daniel Kupper hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr Licht in die berühmte Persönlichkeit da Vinci zu bringen. Basierend auf neuesten Forschungsergebnissen und mit Einbeziehung der bekanntesten Werke, allen voran die Mona Lisa, erscheint sein Buch in Rowohlts Monographien-Reihe.
 
Nach kurzer Einleitung, die sich mit dem ”Phantombild Leonardo da Vinci” befasst, beschäftigt sich Kupper in chronologischer Abfolge mit den wichtigsten Lebensstationen Da Vincis. Zunächst einmal geht es um die ”Kindheit, Jugend und Ausbildung in Florenz”, dann folgen die ”Mailänder Jahre” und die ”Rückkehr nach Florenz über Mantua und Venedig”. Im abschließenden Kapitel ”Letzte Jahre des Reisens und Übersiedlung nach Frankreich” werden die letzten sechs Lebensjahre ausführlich beleuchtet.
 
Neben der Biographie setzt der Autor die berühmtesten Werke in den Fokus seiner Betrachtung und ist dem Geheimnis von Mona Lisas Lächeln auf der Spur. Diese Malerei ist zweifelsohne das bekannteste Werk von Leonardo, und Tag für Tag drängen sich Menschen im Pariser Louvre vor dem Bild, um die berühmteste Frau der Kunstgeschichte zu bewundern.
Doch auch einige weniger im Rampenlicht stehende Werke zeugen von den großen Fähigkeiten des Künstlers. Hier zu nennen wäre die ”Felsengrottenmadonna”, bei der bereits deutlich wird, in welcher Weise es Da Vinci vermochte, sich von den eher konventionellen Vorstellungen seiner Auftraggeber zu lösen und einen eigenen Blick auf Bildthema und Form zu entwickeln. Hier klingen erste Ansätze seiner einzigartigen Malweise des ”Sfumato” an.
Vielbeachtet, sowohl von Künstlern als auch von Medizinern, werden darüber hinaus seine anatomischen Zeichnungen, die er am Beispiel von Leichen im Krematorien anfertigte. Kupper versäumt es nicht, auch darauf einzugehen und sich weiterhin mit Da Vincis Tätigkeit als Erfinder und Ingenieur zu beschäftigen.
 
Daniel Kupper gelingt es trotz der Geheimnisse, die das Leben von Da Vinci umgeben, ein umfassendes Bild der Person zu zeichnen. Herausgekommen ist dabei eine Monographie, die alle Aspekte zu berücksichtigen versucht. Die vielleicht für Laien manchmal etwas komplizierte, aber für Kunstinteressierte leicht nachvollziehbaren Beschreibungen, werden dabei durch zahlreiche Abbildungen unterstützt und erlauben einen detaillierten Einblick in das Leben des Universalgenies.

Antje Konopka, 12.11.2007