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Rubrik: Sachbuch

Mode zeichnen und entwerfen

Dieter W. Schwaiger
Knaur
ISBN 978-3-426-64193-4
96 Seiten
EUR 19,95

Titelbild: Mode zeichnen und entwerfen

Die ersten Entwürfe für eine neue Modekollektion entstehen auch heute noch am Zeichentisch. Um annehmbare Modezeichnungen zu kreieren, benötigt man neben zeichnerischem Talent, Kreativität und guten Ideen auch eine Menge Wissen über Schnittmuster, Farben, Formen und Accessoires.
Einen hervorragenden Einstieg in die Welt der Modezeichnung bietet das Buch von Dieter W. Schwaiger. Von der Figur zum ersten Modeentwurf und zur ersten eigenen Kollektion vermittelt der Autor alle wichtigen Grundlagen, die man als angehender Modedesigner wissen sollte.
 
Nach einer kurzen Einleitung, die gleich vorneweg die wichtigsten Materialien wie Papier, Schere, Pinsel, Bleistifte und Fineliner vorstellt, geht es in vier Kapiteln um ”das Betrachten, Analysieren und Darstellen von Bekleidung”, ”die Figurine”, ”Mode und ihre Wirkung” und schließlich um das Realisieren eigener ”Entwürfe durch Inspiration”.
 
Bevor man eigene Modezeichnungen entwerfen kann, steht am Beginn die Unterscheidung von unterschiedlichen Silhouettenformen, wie zum Beispiel ”A-Silhouette” oder ”O-Silhouette”. Die Körpersilhouette entspricht dabei der Körperform im Gegenlicht. In weiteren Teilkapiteln lernt man die Proportionen und Volumina von Kleidungsstücken zu unterscheiden und die Bekleidungsdetails am Beispiel der Hose einzuordnen. Bereits hier wird man dazu aufgefordert, die vielleicht für manchen trockene Theorie in die Tat umzusetzen. Erste gute Ergebnisse entstehen mit Malerkrepp und Pinsel.
 
”Figurinen” kennt wohl jeder, der einmal eine professionellen Modeentwurf gesehen hat. Jene idealisierte Zeichnung des menschlichen Körpers mit übertrieben langen Beinen und schlankem Körperbau. Dabei setzt eine gute Zeichnung einer Figurine umfangreiches Wissen Struktur und Aufbau des Körpers und Körperdrehungen und -haltungen voraus. Das Buch zeigt einfach den Weg von der ersten Körperdarstellung zur Figurine in ihrer dynamischsten Stellung, dem Kontrapost auf. Der Bau einer Gliederpuppe hilft dabei neue Körperstellungen aufs Papier zu bringen.
 
Der erste Eindruck eines Menschen wird neben Frisur und Gesicht, auch durch die Bekleidung bestimmt. So beschäftigt sich das dritte Kapitel mit der Wirkung von verschiedenen Mustern, Farben, Formen und Stoffen auf die Erscheinung der Person. Bei der Auswahl der Farben beispielsweise muss man auf die Verwendung spannender Farbkombinationen achten, bei dem Entwurf einer Kollektion auf das Wiederauftauchen von bestimmten Farben, um deren Zusammengehörigkeit zu demonstrieren. Ausführlich werden auch Muster behandelt. Wie finde ich neue Muster? Wie wirken Muster? Das sind Fragen, die hier beantwortet werden.
Das letzte Kapitel zeigt Wege auf, wie man sich immer wieder neu inspirieren lassen kann, wie etwa aus der Natur oder durch Zufälliges.
 
”Mode zeichnen und entwerfen” ist eine gelungene Einführung in die vielseitige und spannende Thematik. Dabei standen dem Autor eine Reihe von Experten zur Seite, nämlich die Dozenten der renommierten Deutschen Meisterschule für Mode in München. Sie geben einen Teil ihres Erfahrungsschatzes weiter und leiten den Leser in der Umsetzung vielfältiger Darstellungsmöglichkeiten an, die in zahlreichen Übungen zu beeindruckenden Resultaten führen können.

Antje Konopka, 24.10.2007