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Rubrik: Comic

Banya - Ein höllisch guter Kurier (1)

Young-Oh Kim
TOKYOPOP
ISBN 978-3-86719-046-6
173 Seiten
EUR 7,50

Titelbild: Banya - Ein höllisch guter Kurier (1)

Im koreanischen Original erschien der Manwha ”Banya — Hell´s Angels Delivery Man” bereits im Jahr 2004. Im Mai 2007 erschien der erste Band der fünfteiligen Reihe in einer lokalisierten Fassung bei TOKYOPOP.
 
Banya beherrscht den Umgang mit einer Vielzahl von Handwaffen und ist mit allen Wassern gewaschen, denn er kennt nur eines: Seinen Auftrag. Er ist nicht irgendein Postbote. Nein, Banya ist ein sogenannter Kurier. Er stellt keine unnötigen Fragen und garantiert seinen Auftraggebern, dass er die zu übermittelnde Botschaft ”schnell, sicher und unverzüglich” zum Ort ihrer Bestimmung bringen wird. Gegen einen geringen Aufschlag bietet sein kleines Unternehmen auch eine Expresslieferung an. Nicht selten müssen die Auftraggeber auch noch einen Gefahrenzuschlag zahlen — doch Banya ist sein Geld wert.
Eines Tages jedoch wendet sich das Blatt. Banya und sein Freund Kong finden mitten in der Wüste einen fremden Kurier. Der Unbekannte ist schwer verwundet und es ist nur eine Frage der Zeit, bis seine Verfolger in der beschaulichen Unterkunft des Kurier-Unternehmens vorbei schauen werden. Kurz entschlossen macht sich Banya höchstpersönlich auf den Weg um die Botschaft zu übermitteln. Es geht um Leben und Tod ...
 
Bei ”Banya — Ein höllisch guter Kurier” steht ganz klar Action im Vordergrund. Die handelnden Personen werden leider nicht sehr ausführlich vorgestellt. Informationen zur Kultur, den örtlichen Gegebenheiten oder eine zeitliche Einordnung fehlen gänzlich. Es zeichnet sich jedoch beim ersten Band der Reihe schon die Vielschichtigkeit der Handlung ab, wenngleich Dichte und Atmosphäre auf den 173 Seiten etwas stiefmütterlich behandelt werden.
Die Zeichnungen sind sehr ansehnlich. Der dynamische Verlauf der unterschiedlichen Kämpfe und die aggressive Stimmung finden sich vortrefflich in den sauberen, detailverliebten Bildern wieder. Vier vollfarbige Seiten runden den ansonsten klassisch schwarz-weiss gezeichneten Manwha ab.
Auch äußerlich macht der Manwha eine gute Figur. Ein schön koloriertes Cover und ein edel wirkender Schriftzug machen aus dem Band einen echten Hingucker.
 
Manwhas wie ”Dan Gu” haben die Action-Messlatte hochgelegt. Der erste Band rund um Banya und seine Freunde schafft es jedoch locker mitzuhalten. Viel Action, eine viel versprechende, jedoch bisher nur grob skizzierte Handlung und die abschließende Wendung in der Geschichte machen Lust auf den Folgeband.

Ralf Strohbach, 30.05.2007