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Rubrik: Comic

Star Wars (60): Rebellion (4)

Rob Willams, Lucas Marangon, Brandon Badeaux
Dark Horse / Panini Comics
60 Seiten
EUR 3,95

Titelbild: Star Wars (60): Rebellion (4)

Mit ”Das Finale” wird die in # 57 begonnene fünfteilige Geschichte um die folgenschwere Begegnung zwischen Luke Skywalker und seinem Jugendfreund Janek ”Tank” Sunber endlich zu einem Ende geführt.
Die Rebellen sind in eine Falle gelaufen. Mit Hilfe des imperialen Leutnants Janek Sunber und des vom Imperium konditionierten Rebellen Jorin Sol, konnte die Rebellenflotte aufgespürt und angegriffen werden.
Doch der junge Mann von Tatooine hat noch einen anderen Auftrag. Er soll Luke Skywalker, seinen alten Jugendfreund gefangen nehmen und zum dunklen Lord der Sith bringen. Er zeigt sein wahres Gesicht, als Jorin Sol Prinzessin Leia niederschießt. Anstatt seinem Freund zu helfen, richtet Sunber nun ebenfalls die Waffe auf Luke. Er hat sich endlich entschieden, dem Imperium zu dienen.
Luke ist tief erschüttert. Hat er nach Biggs seinen zweiten Freund verloren? Noch einmal versucht er in dem imperialen Offizier die Erinnerungen an ”Tank” zu wecken, doch vergebens. So ist er bereit, sich auszuliefern, wenn nur Leia auch gerettet wird.
Doch dann nimmt ihnen der Angriff der imperialen Flotte die Entscheidung aus der Hand. Durch einen schweren Treffer bricht Chaos im Rebellenschiff aus, und den ehemaligen Freunden bleibt nichts anderes übrig, als um ihr Leben zu kämpfen und die Feindschaft für den Moment zu vergessen ...
 
In der zweiten Geschichte ”Glück” erinnert sich Wedge Antilles an eine Episode seines Lebens, die kurz vor seinem Eintritt in die Rebellion stattfand. Damals lebte und arbeitete er bei einem kleinen Werftbesitzer und seiner frechen Tochter auf einem der Monde Corellias. Der Mann und das junge Mädchen ließen sich von der imperialen Besatzung nicht einschüchtern, was üble Folgen hatte. Nur Wedge entkam dem Massaker, weil er damals einen Auftrag ausführte. Doch ist Glück immer ungetrübt?
 
”Gestrandet” erzählt von einem Rebellen und einem Klonsoldaten, die sich Monate nach der Schlacht um Endor zusammen raufen müssen, wenn sie den Waldplaneten lebend verlassen und seine Gefahren meistern wollen, denn man hat sie einfach vergessen.
 
Unglauben, Hass, Wut und Angst prägen die letzten Minuten, in denen sich Janek Sunber und Luke Skywalker gegenüber stehen. Während der eine seine Entscheidung getroffen hat, ist der andere immer noch nicht bereit aufzugeben ... und durch einen geschickten Schachzug wird die Beendigung dieses Konfliktes vertagt. Irgendwie war es auch nicht anders zu erwarten, denn so oder so ist Janek Sunber eine zu interessante Persönlichkeit, um sie jetzt schon umzudrehen oder gar zu töten. Die Geschichte behält ihre Spannung und Vielschichtigkeit bei, wenn auch das Ende damit im Gegensatz zum Rest der Geschichte sehr abfällt.
Brandon Badeaux hält die Qualität seines Zeichenstils bei. Die Panels sind sauber gestaltet und dynamisch, sie geben die actionreichen Geschehnisse passend wieder.
Eher melancholisch und amüsant, aber nicht unbedingt tiefergehend sind die beiden nachfolgenden Geschichten, die der Rebellion weitere Facetten hinzufügen, aber nicht unbedingt überraschend und innovativ sind. Auch zeichnerisch fallen sie von der Qualität her gegenüber der Hauptgeschichte sehr ab.
 
”Rebellion” beweist, dass actionreiches Abenteuer mit einem Inhalt verknüpft werden kann, der sich bei näherem Hinsehen als vielschichtiger erweist als vermutet, auch wenn man im Finale einige Abstriche bei der Auflösung machen muss. Insgesamt aber hebt sich gerade dieser Zyklus deutlich über die Masse gleichartiger Comichefte heraus und fügt durch den ungewöhnlichen Helden – einem linientreuen, aber sympathischen imperialen Offizier — dem Mythos Star Wars eine neue spannende Facette hinzu.

Christel Scheja, 26.01.2007