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Rubrik: Sachbuch

Der große Atlas der Alten Welt

Margaret Oliphant
area
ISBN 3-89996-225-7
224 Seiten
EUR 14,95

Titelbild: Der große Atlas der Alten Welt

Im Jahre 1992 erstmalig aufgelegt und seitdem in etlichen Sprachen und unzähligen Auflagen erschienen, darf ”Atlas der Alten Welt” von Margaret Oliphant heute mit aller Berechtigung als einer der Klassiker des Sachbuchs bezeichnet werden.
 
Der Erfolg beruhte nicht zuletzt darauf, dass es erstmalig gelungen war, das weite Feld des Altertums für jedermann erschließbar zu machen. Vergleichbare Titel erreichten dies durch massive Ausdünnung der Fakten, die nicht selten dafür sorgte, dass der Wissensschatz missverständlich oder sogar grob falsch vermittelt wurde. Anders der ”Atlas der Alten Welt”; dieser setzte auf eine verständliche Präsentation der Stofffülle und auf eine sorgfältige Sortierung und Portionierung, die es den Lesern ermöglichte, selbst zu bestimmen, wie tief sie in die Materie einsteigen wollten.
 
Diese Erfolgsgeschichte wird nun mit einer Sonderausgabe unter dem Titel ”Der große Atlas der Alten Welt” aus dem area Verlag fortgesetzt, der die Stärken der Vorgänger beibehält und den Gesamteindruck durch eine reiche, großformatige Bebilderung noch aufwertet.
Die große Gliederung dieser Ausgabe folgt dem Bewährten, indem den Hochkulturen aller Kontinente – angefangen mit dem Zweistromland, gefolgt von Ägypten und Persien, über das prähistorische Europa, Griechenland und Rom bis hin zu den Kulturen Asiens und Südamerikas – eigene Abschnitte gewidmet werden. Jeder Abschnitt beginnt mit einer Einführung, die einen groben Überblick liefert, gefolgt von einer erst chronologischen, dann thematischen Gliederung. Stärker ins Detail gehende oder der Forschungsgeschichte gewidmete Erläuterungen sind in separate Info-Kästen ausgelagert.
Durch diese Aufteilung wird der Lesefluss nicht gestört und die Information gut dosiert. Obwohl eher zum Durchlesen gedacht, ist damit (und unter Zuhilfenahme des Registers) bis zu einem gewissen Grad auch ein Nachschlagen bestimmter Sachverhalte möglich, wenn auch verständlicherweise nicht in der Art und Weise von Lexika.
Im Anhang finden sich Zeittafeln aller behandelten Kulturen, die einen schnellen Überblick gewährleisten; das umfassende Literaturverzeichnis lädt – ausreichende Englischkenntnisse vorausgesetzt – zu vertiefender Lektüre ein.
 
Die vorliegende Ausgabe ist durch ihre liebevolle Gestaltung und den fairen Preis auch für diejenigen interessant, die den ”Atlas der Alten Welt” bereits besitzen, für jeden interessierten Laien ist es ein Muss. Experten könnten allerdings enttäuscht sein – der Atlas ist kein Studienmaterial und will es auch nicht sein; eine schöne Ergänzung kann er allerdings dennoch werden.

Martin Hoyer, 15.12.2006