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Rubrik: Comic

Conan (2): Der Gott aus der Kugel und andere Geschichten

Kurt Busiek, Cary Nord
Dark Horse / Panini Comics
ISBN 3-8332-1437-6
148 Seiten
EUR 16,95

Titelbild: Conan (2): Der Gott aus der Kugel und andere Geschichten

Nach seinen ersten Abenteuern führt Conan sein Weg nach Nemedia, in die Welt der Städte und der engen Gassen, in denen andere Regeln gelten, als er sie gewohnt ist. Als echter Barbar gerät er in Bertinus sofort mit der Elite aneinander — was es für einen Cimmerier mehr als rechtfertigt, sie zu bestehlen, um den eigenen Magen zu füllen.
Die Geschichte gerät auch an die Ohren von Aztrias, einen Sohn aus gutem Hause, der sich allerdings hoch verschuldet hat und nun hofft, durch die Fähigkeiten des Barbaren wieder flüssig zu werden. Er beauftragt Conan, in Numalia in das private Museum von Kallian Publico einzubrechen. Dort angekommen, findet er den Besitzer tot vor und sieht sich bald unter Mordverdacht. Doch die vor Ort durchgeführte Untersuchung führt bald zu einem mysteriösen Gefäß, dessen Inhalt den Cimmerier in den Kampf uralter Mächte hineinzieht ...
 
Die Fortsetzung der Abenteuer Conans beinhaltet die Originalbände 7 bis 14. Nicht nur der zukünftige Erzfeind des Barbaren, den Magier Toth-Amon, haben ihren ersten Auftritt, sondern auch die geheimnisvolle Knochenfrau und ihre mörderische Dienerin Janissa, die Witwenmacherin.
 
Busiek und Nord ist es erneut gelungen, die Atmosphäre von Howards Saga um Conan in Wort und Bild einzufangen und besonders im visuellen Bereich abzurunden. Die linienbetonten Zeichnungen von Cary Nord sind sehr dynamisch, manchmal eher andeutend als ausführend, aber dennoch sehr detailverliebt. Die Unterstützung durch Thomas Yeates und und Tom Mandrake wird besonders bei den Hintergründen spürbar, trotzdem ergibt sich ein Gesamtbild ohne optische Brüche. Auch die Koloration von Dave Stewart trifft nahtlos den Stil, die Pastelltöne vermeiden jede knallige Farbigkeit, jedoch ohne dass die Panels dadurch trist wirken.
 
Kurz, es gibt bisher im Grunde nur Gutes über diese Umsetzung zu sagen. Der einzige kleine und im Grunde zu vernachlässigende Stilbruch stellt meiner Meinung die Schreibmaschinenschrift dar, in den die Passagen des Off-Erzählers gedruckt sind — auch wenn es eine Annäherung an die Romanform sein soll, wirkt es doch unpassend modern. Angesichts des ansonsten sehr gelungenen Letterings, das die Emotionen der Worte treffend visualisiert, fällt dieser kleine Kritikpunkt jedoch nur unter ”ferner liefen”.
 
Empfehlenswert.

Martin Hoyer, 08.02.2007