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Rubrik: Belletristik

Die Wikka-Chroniken (1): Brut der Finsternis

Morven Westfield
Otherworld
ISBN 978-3-9502185-4-1
324 Seiten
EUR 12,95

Titelbild: Die Wikka-Chroniken (1): Brut der Finsternis

Alicia Anderson arbeitet als Systembetreuerin in einer Computerfirma. Sie ahnt nicht, dass sich im Lager des Unternehmens etwas Böses eingenistet hat, welches sie bald zu beherrschen versucht. Unterdessen empfängt die Wicca-Priesterin Matricarcia schreckliche Träume, die sie davor warnen, dass jemand in großer Gefahr ist. Gemeinsam mit ihrem Hexenzirkel ist sie dem Geheimnis auf der Spur.
 
Morven Westfield, früher selbst Systembetreuerin in zweiter Schicht und heute Schriftstellerin, stellt das Leben einer Frau in den Mittelpunkt der Geschichte. Alicia ist Nacht für Nacht in der Firma beschäftigt und macht darüber hinaus noch die eine oder andere Überstunde. Das tut sie in der Hoffnung, sich mit der Zeit eine Festanstellung als Programmiererin zu sichern. Bei der ganzen Arbeit schiebt sie ihre Freunde und auch ihren festen Freund oft beiseite.
Eines Nachts taucht Wesley, ein Vampir auf, der ganz in der Nähe der Computerräume sein Tageslager aufgeschlagen hat. Er ist von der zielstrebigen Frau fasziniert und beginnt, langsam Besitz von ihr zu ergreifen. Es gelingt ihm, ihr geordnetes, von rationalen Gedanken beherrschtes Leben gründlich durcheinander zu wirbeln. Schließlich will er sie zum Vampir zu machen, doch dafür muss sie aus freien Stücken zu ihm kommen.
Zur selben Zeit versucht der Hexenzirkel das Rätsel um Matricarcia Träume zu lösen, die sie Nacht für Nacht quälen. Allmählich gelingt es, die Botschaften zu entschlüsseln,
und schließlich offenbart sich, dass sich das Böse in einer Kleinstadt in New England eingenistet hat.
 
”Brut der Finsternis” ist eine Geschichte über Hexen und Vampire und vom Inhalt her sicher nicht ungewöhnlich. Doch was die Autorin daraus gezaubert hat, ist eine durchaus interessante Erzählung. Ausführlich – gelegentlich ein wenig zu ausführlich – beschreibt sie die Entwicklung der Figuren und es fällt leicht, als Leser in die Gedanken und Gefühle der Hauptfiguren einzutauchen. Schade ist nur, dass dabei nur mäßig Spannung erzeugt wird. Denn wie man es von einem Horrorroman mit dem Titel ”Brut der Finsternis” und dem biestigen Vampir auf der Vorderseite erwarten würde, fehlt bei dieser Geschichte das Gefühl der Angst und Beklemmung beim Lesen. Selbst für den vermeintlichen Vampir-Feind kann man noch mehr Sympathie empfinden, als für einen Antagonisten zuträglich ist.
 
Trotzdem ist es das Buch durchaus lesenswert und dürfte sich, der gehörigen Brise Romantik und der nur leichten Horrorelemente wegen, eher an Leserinnen richten. Wem der Roman gefallen hat, darf sich vermutlich auf Fortsetzungen freuen, da sich ”Brut der Finsternis” als der Auftakt einer ersten Taschenbuch-Reihe im Otherworlds Verlag darstellt.

Antje Konopka, 19.08.2007