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Rubrik: Comic

Star Wars (SB 38): X-Wing Rogue Squadron: Requiem für einen Rogue

M. A. Stackpole, J. Strnad, M. W. Barr, G. Erskine
Dark Horse / Panini Comics
ISBN 978-3-86607-340-1
100 Seiten
EUR 9,95

Titelbild: Star Wars (SB 38): X-Wing Rogue Squadron: Requiem für einen Rogue

Panini bringt hier einen weiteren Comic-Sammelband aus dem Star Wars Universum, bei dem es sich eigentlich schon um einen Klassiker handelt. Im US-Original ist der Handlungsstrang ”Requiem for a Rogue” ursprünglich in vier Heften und vor rund zehn Jahren bei Dark Horse Comics erschienen.
 
Wie am Titel unschwer zu erkennen, dreht es sich im Band wieder einmal um Wedge Antilles und die X-Wing Rogue Squadron. Die Mission scheint diesmal recht harmlos: Es gilt, einen verschollen Spaceliner mit bothanischen Touristen zu suchen. Doch auf dem Planeten Malrev 4 findet die Rogue Squadron neben den Vermissten auch die bestialischen Irrukiine. Und die treten viel intelligenter und geschickter in Aktion, als eigentlich zu erwarten wäre. Bald wird klar: Dahinter steckt Sith-Magie, der Triumph über das Böse erfordert Opfer.
 
Mehr will ich zur Handlung nicht sagen: Schon der Titel verrät bei diesem Band, dass jemand aus dem Rogue Squadron stirbt. Wer das ist und wie genau es passiert, das sind im Endeffekt die Spannungsmomente der Geschichte. Die Story lebt etwas zu deutlich von diesen Fragen: Trotz angedeutetem und konkretem Verrat will es ihr nicht so recht gelingen, darüber hinaus zusätzlich Spannung aufzubauen.
 
Auch präsentiert sich die Geschichte recht insulär in Relation zum Star Wars Universum. Von den Mitgliedern des Rogue Squadrons auf der Mission wird nur Wedge Antilles einigermaßen sinnvoll als wichtiger Teil dieses Universums etabliert. Damit ist ziemlich klar: Wedge wird es schaffen. Gerade für Neuleser bleibt damit unklar, warum genau es sie interessieren sollte, für wen es ein Requiem geben wird. Als Quereinstieg in die Star Wars Comics taugt dieser Band daher insgesamt wenig.
 
Zeichnerisch kann ich dem Band wenig abgewinnen. Gary Erskines Stil soll offenbar düster, schmutzig und auch irgendwie verwegen wirken. Das schafft er auch phasenweise, wenngleich nicht immer überzeugend. Wirklich unangenehm fällt auf, dass Erskine nicht sonderlich gut in der Lage scheint, zeichnerisch die Illusion von Bewegung zu erzeugen. Das ist schon bei Kämpfen auf dem Boden unvorteilhaft – und spätestens wenn die X-Wings auf Tie Fighter treffen eine Katastrophe.
 
Kurz gesagt: ”Requiem für einen Rogue” fehlt es an echter Dynamik. Zu sehr ist der Titel wesentliches, Spannung erzeugendes Element der Erzählung; zu statisch wirkt auch die Optik. Allenfalls ein Titel zum Mitnehmen für treue Fans, von einem Einstieg in die Star Wars Comics ausgerechnet mit diesem Band würde ich eindeutig abraten.

Thomas Pichler, 01.12.2007