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Rubrik: Sachbuch

Necronomicon I & II

H. R. Giger
area
ISBN 3-89996-539-6
192 Seiten, Softcover
EUR 19,95

Titelbild: Necronomicon I & II

Obwohl es um den Ausnahmekünstler H. R. Giger in den letzten Jahren stiller geworden ist, erfreuen sich seine Arbeiten immer noch großer Beliebtheit. Die wohl bekanntesten Abdrucke sorgten unter dem Titel ”Necronomicon” in zwei Bänden für Aufsehen und lieferten sowohl Freunden als auch Gegnern hinlänglich Gesprächsstoff.
Ohne Frage, die bizarren, ja morbiden Arbeiten des Schweizers sind nicht jedermanns Sache, aber wer damit nichts anzufangen weiß gehört ohnehin nicht zur Zielgruppe der vorliegenden Neuauflage. Aber braucht die Fan-Gemeinde eine solche überhaupt?
 
Für die Sonderausgabe von area spricht erst einmal, so profan das klingen mag, der sehr günstige Preis. So mancher Connaisseur des Giger´schen Schaffens schaute auch bei der letzten Auflage aus dem Jahre 2006 in die Röhre, denn für beide Bände musste immer noch tief in die Tasche gegriffen werden: Rund 50 Euro kostet jeder Band. Das ist für Viele beim besten Willen (Und an Willen mangelte es gewiss nicht!) nur mit umfassender Umschichtung der häuslichen Budgetplanung erschwinglich.
 
Erstaunlicherweise besteht die einzige Einschränkung der günstigeren Neuauflage darin, dass auf den festen Einband verzichtet wurde. Die Größe und Qualität der Abbildungen ist ebenso wenig betroffen, wie es sonstige Kürzungen gibt. Nach wie vor auf schwerem Glanzpapier gedruckt, kommen die Grafiken einwandfrei zur Geltung. Dazwischen kommt der Künstler selbst zu Wort und schreibt im Plauderton über sein Leben und seine Arbeit, wobei so manche Anekdote zeigt, dass hinter dem sorgfältig gepflegten Image eines suizidgefährdeten Geisterbahn-Betreibers ein sonniges Gemüt steckt, das Pointen zu setzen und zu genießen weiß.
 
Das ist natürlich für Kenner der früheren Ausgaben nichts Neues, und für diese gibt es auch keinen echten Grund, sich diese zusätzlich anzuschaffen. Wer allerdings bisher gezögert hat oder gar zum ersten Mal Giger-Luft schnuppern möchte, kommt um diese Gelegenheit schwerlich herum.

Holger Hennig, 09.05.2007